Pädosexualität/Pädophilie

verfasst von Dr. Ludger Kotthoff

Pädophilie/Pädosexualität

Bei der Pädophilie richtet sich das sexuelle Interesse von Erwachsenen auf Kinder. Durch körperlichen und sexuellen Kontakt mit Kindern kommen Erwachsene zur sexuellen Befriedigung. Pädophile nutzen häufig Kinderpornographie oder Kinderbilder zur sexuellen Stimulation und suchen über das Internet Kontakt zu potentiellen Opfern.

 

In der Sexualwissenschaft und klinischen Psychologie wird die Pädophilie nicht zu den sexuellen Orientierungen gezählt, bei denen es um eine gleichwertige, auf Einverständnis beruhende sexuelle Beziehung geht, sondern zu den sexuellen Störungen (Davison und Neal, 2002).

 

Die sexuellen Bedürfnisse des Erwachsenen entsprechen nämlich nicht den Wünschen des Kindes. Kinder zeigen in ihrer Entwicklung zwar sexuelles Verhalten und Erleben, sie unterscheiden sich aber wesentlich von der Sexualität der Erwachsenen. Da das Kind die Sexualität des Erwachsenen nicht kennt, kann es dessen Wünsche und Absichten nicht verstehen. Es erkennt nicht, aus welchen Beweggründen ein sexuell motivierter Erwachsener Körperkontakt oder sexuellen Kontakt aufnimmt. Sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen sind daher immer strafbar.

 

Kinder sind gegenüber Erwachsenen, besonders aber gegenüber näheren Bezugspersonen, in einer emotionalen Abhängigkeit, da sie auf deren Schutz und Zuwendung existenziell angewiesen sind.

 

Dieses Abhängigkeitsverhältnis birgt die Gefahr in sich, dass der Erwachsene seine Überlegenheit bewusst ausnutzt, um das Kind zu sexuellen Handlungen zu bewegen, die nicht dem wirklichen Willen des Kindes entsprechen. Körperkontakt und Nähe, die zur sexuellen Erregung des Erwachsenen führen, sind immer Missbrauch, weil das Kind in seinem Bedürfnis nach Zärtlichkeit, Schutz und Zuwendung nicht akzeptiert sondern ausgebeutet wird. Sexueller Kontakt mit Erwachsenen birgt für das Kind immer die Gefahr in sich traumatisiert zu werden mit schwerwiegenden Persönlichkeitsstörungen.

 

Literatur:

Davison, G.C.; Neale,J.M.: Klinische Psychologie. Hautzinger,M.. (Hrsg.) Weinheim 2002                                                                                                                                                                                                                        

Autor

  • Dr. Ludger Kotthoff

    Dr. Ludger Kotthoff ist Akademischer Oberrat am Fachbereich Psychologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und langjähriges Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Projekts Kinderschutzportal.

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