Täter/innen

1 Mythos Täter- und Täterinnenbild

Vorstellungen von Täterinnen und Tätern haben sich in den letzten Jahrzehnten sehr stark verändert. Sie unterlagen und unterliegen immer noch verschiedenen Mythen, die, trotz besserer Erkenntnis, die Bilder von Täterinnen und Tätern  in der Öffentlichkeit prägen.

Mit Blick auf die Täter wurde lange Zeit nur vor dem „bösen Fremden“ gewarnt: vor dem Mann mit der Schokolade am Spielplatz; vor dem Mann, der aus dem Auto heraus kleine Kinder anspricht; vor dem Mann, der bei Anbruch der Dunkelheit kleine Kinder verführt. So lauteten auch die Warnungen, sogar in polizeilichen Präventionsschriften: „Geh nie mit einem Fremden mit!“ „Nimm nie Geschenke von fremden Personen an!“ „Bei Dunkelheit bist Du im Haus!“

Dass es diese Fremdtäter immer noch gibt und immer wieder geben wird, ist unbestritten. Sie sind eine kleine, wenn auch medienwirksame Minderheit, z.B. wenn ein Sexualmord stattfindet, im Gegensatz zu den Täterinnen und Tätern im sozialen Nahbereich, die oft unentdeckt bleiben.

Aus der verbesserten Wahrnehmung entstand Anfang der 90er Jahre dann ein neuer Mythos: Die Väter sind die Täter! In Reaktion darauf wurde ein „Missbrauch mit dem Missbrauch“ unterstellt.

In den letzten Jahren sind auf dem Gebiet der Täteranalyse viele neue qualifizierte Erkenntnisse gewonnen worden. Neben den Fremdtätern, die den Opfern nicht bekannt sind, gibt es Erkenntnisse über Täter im sozialen Nahbereich (z.B. in Schule, Bekanntenkreis, Jugendgruppe, Sportverein, Nachbarschaft, Kommunions- und Konfirmandengruppe), die geregelten Umgang mit Kindern haben, ihr Vertrauen gewinnen können, um es dann sexuell auszubeuten.

Eine weitere Gruppe von Tätern gehört zur Primärgruppe Familie und zur engen Verwandtschaft.

Erst in den späten 80er Jahren begann eine Auseinandersetzung mit dem Thema ‚Mütter bzw. Frauen als Täterinnen’. Der Mythos, „die Väter sind die Täter“ und anfänglich auch noch einseitige feministische Parteilichkeit für Frauen verstellten den Blick für die Erkenntnis, dass auch Frauen sexualisierte Gewalttaten begehen. Der Gedanke an weibliche Täterschaft, sowohl innerhalb der Familie als auch im außerfamiliären Umfeld, war stark tabuisiert und ist es z.T. auch heute noch. Hier wirken Mütterlichkeits- und Weiblichkeitsmythen, die den Gedanken an weibliche Täterschaft nicht zulassen.

Hygienische und fürsorgliche Aspekte haben sexualisiertes Verhalten von Frauen vor allem bei Kleinkindern verdecken können. Doch für die Opfer zeigen sich ebenso zerstörerische Folgen wie bei sexueller Gewalt durch Männer. Vor allem von Frauen missbrauchte Jungen haben es sehr schwer, Gehör für ihr Leiden zu finden.

Bis heute gibt es keine genauen Zahlen zu weiblicher Täterschaft. Auch weiß man wenig darüber, welche Frauen zu Täterinnen werden. Die Dunkelziffer, so wird vermutet, ist hier besonders hoch und viele der Taten, besonders bei Kleinkindern, bleiben unter hygienischen bzw. fürsorglichen Aspekten verborgen. Untersuchungen legen nahe, dass ca. 20 Prozent aller Fälle sexualisierter Gewalt gegen Kinder und Jugendliche von Frauen und weiblichen Jugendlichen ausgeübt werden (Zartbitter e.V., Hrsg, online verfügbar).

Am häufigsten findet weibliche sexualisierte Gewalt in der Familie statt. Täterinnen sind häufig die Mütter, aber auch Tanten, ältere Cousinen oder Großmütter missbrauchen Kinder. Babysitterinnen, Nachbarinnen und Erzieherinnen in Kindertagesstätten werden ebenfalls zu Sexualtäterinnen.  Sie kommen – ebenso wie Täter – aus allen sozialen Schichten.

2 Strategien von Täterinnen und Tätern

Täter und Täterinnen planen und bereiten die Ausübung sexualisierter Gewalt zielgerichtet vor. Die Tat beginnt nicht erst im Vollzug der Gewaltausübung sondern schon frühzeitig „im Kopf“. Täter und Täterinnen „finden“ ihre Opfer!

Sie besitzen eine Wahrnehmungsfähigkeit für emotional bedürftige und vernachlässigte, für wehrlose und isolierte, für unglückliche und verletzliche, für unwissende und gehorsame Kinder. Bedürftigkeit und Mangel der Kinder werden ausgenutzt und vom Täter oft „positiv“ als gute Tat schöngefärbt.

Zu den Schritten der Annäherung an das Opfer gehören zuerst die Desensibilisierung der kindlichen Gefühle. Die eigene Gefühlswelt des Kindes wird zugunsten des Täterwillens so „umfunktioniert“, dass das Kind der sexualisierten Zumutung des Täters zustimmt („Du findest das doch auch schön.“ „Du hast es doch auch gewollt.“ „Es hat Dir doch auch Spaß gemacht“). Durch diese emotionale Einbindung in die sexuelle Gewalthandlung verliert das Kind die Unterscheidungsfähigkeit zwischen Wahrheit und Lüge, was der Täter dann in späteren Prozessen zu seinen Gunsten ausnutzen kann.

Ebenso löst die Schuldübertragung auf das Opfer – besonders durch Täterinnen und Täter aus dem vertrauten sozialen Nahbereich – starke Schuldgefühle beim Kind aus. Fühlt sich das Opfer mitschuldig, wird es gegen den Täter nicht aussagen und schweigen. Dieses von Deegener beschriebene „Verantwortungs-Abwehr-System“ lässt die Täterinnen und Täter schuldunfähig und uneinsichtig bleiben. Sie manipulieren auch die Sprache der Kinder, um ihre Taten zu tarnen.

Vor allem sexuell Unwissende machen es Täterinnen und Tätern leicht, als Spiel getarnte sexualisierte Handlungen für „normal“ zu erklären, sexuelle Aufklärung durch Handlungen an den Sexualorganen zu demonstrieren und dem Kind „spielerische“ Begriffe für die sexualisierte Tat in den Mund zu legen.

Aufklärung ist notwendig!

Es gehört zum gesellschaftlichen Auftrag, über die Schulen und Elternhäuser Sexualaufklärung ernst zu nehmen und auch Prävention, wie für den schulischen Sexualkundeunterricht vorgeschrieben, intensiv zu betreiben.

Denn: Aufgeklärte Kinder sind geschütztere Kinder!

3 Zahlen und Fakten

Forschungsergebnisse belegen, dass die Mehrheit aller Täter Männer sind und ihre Opfer Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts, wobei Mädchen wesentlich häufiger von sexueller Gewalt betroffen sind als Jungen.

  • Zu etwa 80-90 % sind die Täter Männer, die zu etwa 40-50 % mit den Opfern gut bekannt, aber nicht verwandt sind.
  • Zu etwa 30 % sind die Täter die leiblichen Väter, Brüder, Stiefväter, Großväter, Onkel oder nahe Verwandte.
  • Zu etwa 10 %-20% sind es fremde Personen.
  • Das Durchschnittsalter der Täter liegt bei 30 Jahren.
  • In 10-15% sind Frauen die Täterinnen. Dazu gehören nicht nur Fremde oder gute Bekannte, sondern auch die nächsten Verwandten, wie z.B. die eigene Mutter, Tante oder Großmutter etc.
  • 15-20 % aller Jungen mit sexualisierter Gewalterfahrung sind Opfer von Täterinnen, aber auch ca. 5 % der missbrauchten Mädchen.
  • Das Durchschnittsalter der Täterinnen liegt bei ca. 26 Jahren.

Ergänzendes zu Tätern und Täterinnen:

  • Ein Drittel der Täter und Täterinnen ist selbst noch im Kindes- oder Jugendalter.
  • Täterinnen und Täter kommen aus allen sozialen Schichten

(vgl. zu allen Zahlen Hestermann, 2012, S. 14-19, Bange, 2010, S.4-7 und Bange 2011, S.14-15).

4 Täterprofile

Welche Täterprofile lassen sich statistisch signifikant „herausfiltern“? Es sind vor allem pädosexuelle Täter, d.h. solche, die fixiert oder favorisiert ihre Macht-, Gewalt- und Lustbedürfnisse im Umgang mit Kindern und Jugendlichen sexualisiert befriedigen. Das zeigt sich auch im Wandel der Begrifflichkeit vom Pädo-philen zum Pädo-sexuellen (vgl. Dannecker 2002, S. 392), vergleichbar dem vom „sexuellen Missbrauch“ zur „sexualisierten Gewalt“.

Die euphemistische Selbstbezeichnung, ein Pädophiler zu sein legt das Missverständnis nahe, dass die philia = Liebe/Freundschaft nichts mit den begehrenden sexualisierten Bedürfnissen des Täters zu tun hätte, so wie ein Missbrauch auch einen Gebrauch vermuten lässt.

Die spezifische sexuelle Orientierung Pädosexueller artikuliert sich zwar als „Vorliebe für das Kind“ und möchte als eine erzieherische Grundhaltung dem Kind gegenüber – wenn auch eingegrenzt auf Sexualität – verstanden werden, doch darf die Absicht des Täters, das Kind so zu manipulieren, dass es seinem Begehren nach sexueller Machtbefriedigung entspricht, nicht verschwiegen werden.

Wenn Pädosexuelle auf Grund ihres Wissens von der Strafbarkeit ihrer Handlungen und möglicherweise auch eines „unguten“ Gefühls den Kindern gegenüber eine solche Sinnverdrehung vornehmen, sie seien nur am Wohle des Kindes interessiert, wird auch schon von Pädokriminellen gesprochen.

4.1 Der fixierte Täter

Er versteht sich als Opfer der Verhältnisse. Das Gefühl des Ausgeliefertseins, der Ohnmacht und der Hilflosigkeit gegenüber den vorgegebenen Lebensbedingungen lassen ihn nach „Objekten“ suchen, mit denen er sich identifizieren kann. Er findet sie im Kleinkind, das ebenso auf Hilfe und Unterstützung angewiesen ist. Fixierte Täter möchten darum wieder wie ein Kind sein, um erlebte Defizite im Kindesalter als Erwachsene „wieder zu beleben“.

Die Befreiung aus der Opferrolle und den Ohnmachtserfahrungen in der eigenen Kindheit wird fortschreitend erneut durch Identifikation mit dem verletzlichen und schwachen Kind gesucht. Der fixierte Pädosexuelle hat als Erwachsener von der physischen und psychischen Unterlegenheit des Kindes keine neuen Ohnmachtserfahrungen zu erwarten. Er kann jetzt die Rolle des Stärkeren, des Beschützers, des Freundes, des Retters des Kindes wählen. Diese Bedürfnisse „tarnen“ ihn im Umgang mit Kindern und lassen ihn lange Zeit unentdeckt handeln. Das Machtgefälle zwischen dem erwachsenen Täter und dem gesuchten schwachen Kind verschafft Anerkennung, bindet Ängste und stärkt das verletzte männliche Selbstwertgefühl.

„Auch wenn sie sich wie ein Kind verhalten wollen und sich kindlich-sexuellen Bedürfnissen anzupassen versuchen, konfrontieren sie das Kind mit dem eigenen erwachsenen männlichen Körper und dem ausgebildeten Geschlechtsteil, was im erregten Zustand auf ein Kind bedrohlich wirken muss. Der Pädosexuelle ist zur Befriedigung seiner sexuellen und erotischen Wünsche an nicht erwachsene Objekte gebunden und er behandelt seine kindlichen Sexualobjekte zugleich so, als ob sie erwachsen und reif für sexuelle Beziehungen wären“ (Dannecker 2002, S. 393).

Pädosexuelle jugendliche Täter suchen das sexuelle Erleben nicht mit konkurrierenden gleichaltrigen Jugendlichen oder bedrohlich erscheinenden Erwachsenen sondern mit dem nicht bedrohlich wirkenden schwachen gleichgeschlechtlichen Kind, d.h. mit dem verletzten Kind in sich, das nun in der Projektion auf ein anderes Kind Heilung erfahren soll.

Durch diese Identifikation mit dem Kind erfüllen sich die nicht erlebten Sehnsüchte eigener Kindheit nach Nähe, Liebe, Aufmerksamkeit, Zuwendung, Anerkennung. Diese narzistische Verliebtheit in das Kind, das er selbst ist, zeigt eine starke emotionale Kongruenz zwischen Erwachsenen und Kindern. Sie lassen Schuldgefühle gegenüber dem Opfer kaum aufkommen.

Fixierte Pädosexuelle sind hochsignifikant unverheiratet, leben allein, isoliert und leiden unter starken Kontaktstörungen. In ihren Arbeitsfeldern erleben sie sich als „Solisten“.

4.2 Der regressive Täter

Dieser Tätertyp möchte wieder wie ein Kind spielen können, nicht nur am Computer seinem Spieltrieb nachkommen; „die Leichtigkeit des Seins“ in einer Stressgesellschaft genießen und noch einmal „das Kind im Manne“ legal erleben dürfen, ohne gesellschaftlich sanktioniert zu werden. Wird dieses Bedürfnis emotionalisiert und sexualisiert kompensiert, fällt der Erwachsene zurück in die Phase der kindlichen „Doktorspiele“ als mögliche sexuelle Spielart: sich gegenseitig nackt zeigen, Sexualorgane sehen, streicheln, masturbieren.

Gesuchte emotionale Nähe wird zuerst erotisiert, nicht unbedingt schon anal oder vaginal sexualisiert, was bei fortschreitendem Missbrauch allerdings möglich wird. Die Faszination für das Kind korreliert hoch mit der Bewunderung durch das Kind. Weil er es mit dem Kind gut meint, „verführt“ ihn diese Intention, das Kind seinen eigenen sexuellen Bedürfnissen entsprechend zu manipulieren und die tatsächlichen Bedürfnisse des Kindes nach Selbstbestimmung zu übergehen.

Anders als der fixierte Pädosexuelle, der wie ein Kind zurück in die Kindheit will, hebt er das Kind als gleichberechtigten Partner zu sich als Erwachsenen empor. Der spielerische Umgang mit dem Kind lässt Versagensängste gar nicht erst aufkommen und auch körperliche Nähe erotisch angenehm erscheinen. So „funktioniert“ der regressive Pädosexuelle das Kind „um“ und macht es zum geeigneten gleichberechtigten Sexualpartner, weil er sich selbst im kindlich-sexuellen Entwicklungsstand wohl fühlt und vom Kind nicht als unmännlich erlebt wird.

„In Identifikation mit dem Jungen gelingt es den Pädosexuellen, ihre eigenen kindlichen Bedürfnisse kurzzeitig zu befriedigen. Sie können ‚endlich einmal Kind sein’ ohne Gefahr zu laufen, aufgrund der Artikulierung ihrer Emotionen zurückgewiesen und geringgeschätzt zu werden“ (Bundschuh/Stein-Hilbers 1998, S.191).

Zweifel an der eigenen Männlichkeit werden durch die „liebevolle“ Hinwendung zum „bedürftigen“ Kind kompensierend überwunden. Das Kind wird zum Ersatz für nicht vorhandene altersadäquate Geschlechtspartner, um zunächst keineswegs sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen, vielmehr Störungen und Krisen der männlichen Selbstwahrnehmung zu kompensieren.

4.3 Der soziopathische Täter

Dieser Typus ist durch ein deutlich erlebtes ungleiches Machtverhältnis zwischen Mann und Frau geprägt. In den primären Bezugsgruppen haben sich die Frauen, trotz gegenteiliger Bedürfnisse, den Männern untergeordnet. Der Mann als Familienoberhaupt hatte eindeutig „das Sagen“, war in der Regel der Ernährer und garantierte den sozialen Status der Familie.

Der Junge erlernt ein männliches Vorbild mit den klassischen patriarchalen Verhaltensmustern: Dominanz gegenüber Frauen, Selbstbeherrschung gegenüber eigenen Gefühlen, Durchsetzungswille und Unterwerfungsstreben gegen Konkurrenten, durchaus mit der Bereitschaft zur Gewalt.

Die Identifikation des Jungen mit dem vorgegebenen männlichen Ideal scheitert oft mit dem Beginn der Pubertät, wenn die Erfolg versprechenden gelernten „Tugenden“ sich im Umgang mit Gleichaltrigen nicht bewähren. Das männliche Selbstbild, „ein richtiger Junge“ sein zu wollen, gerät in die Krise, wenn sich körperliche Unterlegenheiten („Weichei“), z.B. im Sport oder bei Mutproben als Initiationsriten der peer-groups, zeigen, intellektuelle Niederlagen durch Mädchen in der Schule „eingesteckt“ werden oder die Höherbewertung des Mannes gegenüber der Frau außerhalb der Familie keine Bestätigung findet.

Ängstliche, schüchterne, gehorsame kleine Mädchen faszinieren soziopathische Pädosexuelle, selbstbewusste bedrohen sie. Die Unfähigkeit, sich durch das eigene männliche Selbstbild bei Gleichaltrigen Respekt zu verschaffen ebenso wie die verweigerte Unterwerfung der Frauen lassen diese Täter immer wieder, vor allem in Krisen- und Grenzsituationen, in denen ihre Männlichkeit in Zweifel gezogen wird, gegenüber Schwächeren mit sexualisierter Gewalt reagieren.

Die Erwartung sexueller Verfügbarkeit über ein weibliches „Objekt“ lässt diese Täter vor allem Mädchen bis zur Pubertät missbrauchen, weil der kindliche weibliche Körper durch Unschuld, Unverdorbenheit und Naivität fasziniert. Wird das Kind geschlechtsreif, erwachsen, beginnt das Bedrohungsmuster, ein „Versager“ zu sein, wieder zu wirken.

5 Verantwortung

Viele Täter und Täterinnen rechtfertigen ihre sexuellen Übergriffe sich und anderen gegenüber mit Äußerungen wie, das Kind habe sie „verführt“, den Sex „initiiert“, „gewollt“ und auch „genossen“.

Es ist heute unumstritten, dass Kinder eine eigene Sexualität haben. Sie unterscheidet sich aber grundlegend von der der Erwachsenen. Kinder entdecken ihren Körper, ihre Gefühle bei seiner Berührung und experimentieren mit ihrer Sexualität. Sie sind neugierig auf die Körper Gleichaltriger (Doktorspiele). Sie fordern aber niemals zu sexuellen oder sexualisierten Kontakten mit Erwachsenen auf, wie Täterinnen und Täter oft glauben machen wollen.

Kinder können auf Grund ihrer körperlichen, emotionalen, kognitiven und sprachlichen Unterlegenheit sexuellen und sexualisierten Handlungen mit Erwachsenen nicht wissentlich zustimmen (vgl. Enders 2001). Sexuelle und sexualisierte Handlungen von Erwachsenen an Kindern werden daher immer gegen den Willen der Kinder ausgeführt.

Es sind immer die Erwachsenen, die die Grenzen erkennen und ziehen müssen, denn nur sie können abschätzen, was das Kind weder überblicken noch absehen kann. Kinder können sich auch nicht der Überredung entziehen oder sich gegen Zwang, physische und psychische Gewalt wehren, die der Täter, die Täterin androhen oder anwenden, um unter Ausnutzung ihrer Macht- oder Authoritätsposition ihre eigenen sexuellen Bedürfnisse zu befriedigen.

Verantwortung liegt bei den Tätern/Täterinnen

Die Verantwortung für sexuelle Übergriffe liegt demnach immer und ausschließlich beim Täter oder bei der Täterin.

Wie oben ausgeführt – und entgegen der landläufigen Meinung – erleiden Kinder seltener durch Fremde sexualisierte und sexuelle Gewalt als durch Menschen aus dem sozialen Umfeld (Familie, Freundeskreis und Institutionen). Es begehen also häufiger gerade die Personen solche Taten, denen die Kinder nahe stehen, denen sie vertrauen und denen sie überantwortet sind.

Täter und Täterinnen werden ihrer Verantwortung, die sie für die ihnen anvertrauten Kinder tragen, in zweifacher Hinsicht nicht gerecht: Sie verstoßen gegen das Wohl des Kindes, indem sie seine sexuelle und persönliche Integrität verletzen, für deren Wahrung sie verantwortlich sind und übertragen zudem meistens die Verantwortung für ihre sexuellen und sexualisierten Gewalttaten auf eben diese Kinder.

Durch sexualisierte Gewalt wird nicht nur das Vertrauen der Kinder zerstört, sondern meist auch ihre psychische, soziale und sexuelle Entwicklung nachhaltig beeinträchtigt.

6 Frauen als Sexualtäterinnen? Ein Tabu, das gebrochen werden muss - Einleitung: Tabu und Tabubruch

 

Frauen missbrauchen Kinder und sogar ihre eigenen? Eine solche Möglichkeit wird vielfach bis zum heutigen Tage vehement bestritten oder gänzlich ignoriert. Sie unterliegt gleichsam einem „Denkverbot“. Weibliche Täterschaft ist für viele Menschen unvorstellbar, weil sie unserem tief verwurzelten Ideal-Bild von Frauen und besonders von Müttern widerspricht. Weibliche Täterschaft unterliegt somit einem starken Tabu.

Beginnen wir mit einer Klärung, was gemeint ist, wenn  ein „Tabubruch“ angekündigt wird. 

Für die Klärung sind drei miteinander eng verknüpfte Fragen zu beantworten: 

  • Was genau ist ein Tabu (Definition)?
  • Warum unterliegen die Themen sexuelle Gewalt durch Frauen und weiblicher Inzest auch heute noch einem besonders starken Tabu? 
  • Weshalb muss dieses Tabu gebrochen werden? 

6.1 Definition: Was ist ein Tabu?

 

Tabu heißt so viel wie unverletzlich. Eine Verletzung (z.B. einer Sache, einer Handlung, eines religiösen Glaubenssatzes) eines mit einem Tabu belegten Inhalts wird geächtet und oft mit drastischen Strafen belegt. 

 

Der Begriff Tabu kommt aus dem Polynesischen und wurde Ende des 18. Jahrhunderts  zuerst in die englische Sprache (taboo), schnell auch in die französische (tabou) und dann zu Beginn des 20.Jahrhunderts in die deutsche Sprache (Tabu) übernommen. Er stammt aus der religiösen Sphäre und bezeichnet ursprünglich alle gottgeweihten heiligen Dinge, die aus religiöser Scheu von nicht Befugten aus dem profanen Bereich weder berührt noch benannt werden dürfen. Ein Zuwiderhandeln wird streng bestraft. 

 

Übertragen in unsere Gegenwart bezeichnet der Begriff Handlungen und Verhaltensweisen, die durch Sitte oder Gesetz verboten sind. Im Bereich der Sexualität sind z.B. sexuelle „Berührungen“ von Kindern und Abhängigen durch Erwachsene sowie Inzest mit einem starken Tabu belegt. Ein Tabu kann aber auch die Hemmschwellen, Geächtetes und Verbotenes zu tun, erhöhen.

6.2 Kulturelle Hintergründe der Tabuisierung weiblicher Sexualtäterschaft

 

Warum aber ist sexuelle Gewalt an Kindern oder Jugendlichen durch Frauen einem besonders starken Tabu unterworfen? 

 

Zur Beantwortung dieser Frage können Überlegungen zu bestimmten kulturellen Hintergründen dieser Tabuisierung beitragen.

 

Tabuisierung hat ihre Wurzeln in der jüdisch-christlich geprägten abendländischen Kultur, in der Mütterlichkeit mit gehemmter Sexualität, mit Sexualverzicht und sogar mit einem unterstellten Libidomangel (vgl. Amendt,1993) verbunden ist. Damit wird ein Idealbild „gemalt“, das Frauen und Mütter als immer verfügbar, verständnisvoll, umsorgend, behütend, pflegend, aufopferungsvoll und hingabewillig zeigt. Es zeichnet Frauen und besonders Mütter als weitgehend neutrale Wesen, deren Blicke, Wünsche und Handlungen allein von Güte und Fürsorglichkeit geprägt sind. Diese „Glorifizierung“ der Mutter orientiert sich am christlichen Bild der Mutter Maria. In unserem heutigen Verständnis grenzt dieses Idealbild an eine Verleugnung von Realität.

 

Kern dieser Verleugnung, so kann vermutet werden, ist ein ganz emotionaler kindlicher Aufschrei in uns allen: „Mutter ist nicht böse!“ Allein die Vorstellung, dass Frauen und Mütter Kinder, und oft sogar ihre eigenen, sexuell missbrauchen, wird als völlig inakzeptabel empfunden. Sie steht in so krassem Widerspruch zu dem tief verinnerlichten Idealbild von Frauen und Müttern – das in unserer gesellschaftlichen Welt seinen Niederschlag als Geschlechterstereotyp findet –, dass eine Art von Denk- und Wahrnehmungsverbot zu bestehen scheint: „Was nicht sein darf, das nicht sein kann“! Das Tabu sorgt dafür, uns vor diesen unliebsamen und unerträglichen Gedanken an solche Realitäten wirkungsvoll zu schützen (Heyne, 1993). Es sorgt ggf. auch dafür, Taten zu verhindern. 

 

Hier liegt auch ein Schlüssel zu folgender empirischen Beobachtung: Seit den späten Achtziger- und frühen Neunzigerjahren des letzten Jahrhunderts hat sich in der Forschung zu sexuellem Missbrauch erst langsam die Erkenntnis durchgesetzt, dass auch Mädchen, Frauen und Mütter sexuelle Gewalt an Kindern verüben. Noch zögerlicher wurde diese Erkenntnis in der Öffentlichkeit rezipiert.

 

Für viele aber bleibt diese Erkenntnis, trotz empirischer Belege, bis heute unvorstellbar: „Frauen,und besonders Mütter tun doch so etwas nicht“! 

6.3 Definition: Was ist sexuelle Gewalt?

 

Ehe nun auf Informationen zum Stand des Wissens über weibliche Täterschaft eingegangen werden kann, muss erst noch geklärt werden, was unter dem Begriff „sexuelle Gewalt“ verstanden wird. Da es in der Literatur viele, oft sehr unterschiedliche und manchmal widersprüchliche Definitionen gibt, wird hier folgende Arbeitsdefinition zu sexueller Gewalt verwendet, die umfassend ist und heute breite Akzeptanz findet:

 

„Sexuelle Übergriffe und sexuelle Gewalt unterscheiden sich von einvernehmlicher Sexualität durch ihren ausbeuterischen, aggressiven oder verletzenden Charakter. Sie stellen einen Angriff auf die körperliche und seelische Unversehrtheit der Betroffenen dar. Sexuelle Gewalt setzt ein Machtgefälle voraus, das durch die Ausnutzung einer Überlegenheit (z.B. physische bzw. psychische Dominanz) oder einer Abhängigkeit entsteht. Bei allen Formen sexueller Gewalt werden sexuelle Handlungen für das

 

Ausleben von Macht- und Dominanz-Bedürfnissen instrumentalisiert, d.h. es geht nicht vorrangig um das Ausleben von Sexualität, sondern um das Erleben von Macht und Überlegenheit“ (Beck et al., 2013, S. 5).

 

Sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche (auch gegen Behinderte) wird durch Erwachsene, ältere Jugendliche oder 'statushöhere' Gleichaltrige verübt. Die o.g. psychische Dominanz der missbrauchenden Personen speist sich aus der entwicklungsbedingten kognitiven und psychosexuellen Unreife und Unwissenheit der betroffenen Kinder. Auch die  Abhängigkeit des Kindes von der missbrauchenden Person begünstigt deren Dominanz bzw. deren Handlungsmacht.

 

Diese aus einer Vielfalt von Definitionen in der Literatur hier vorgestellte zeichnet sich dadurch aus, dass sie sowohl männliche als auch weibliche Täterschaft einbezieht. Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit sexueller Gewalt an Kindern ebenso wie die öffentliche Wahrnehmung des Phänomens hatte bis in die jüngste Zeit in ihrer Ausformulierung nur „den Täter“ im Blick (Bange, 2011). Über lange Jahre verstellten die Mythen, „die Väter sind die Täter“ und „Frauen und Mütter tun doch so etwas nicht!“ den Blick dafür, dass auch Frauen sexuelle Gewalt ausüben. Anfänglich trug auch eine einseitige feministische Parteilichkeit für Frauen dazu bei, dass sie als Sexualtäterinnen gar nicht erst wahrgenommen wurden. Daher spielten sie auch in der Forschung kaum eine Rolle.  

6.4 Hellfeld und Dunkelfeld

 

Bis heute gibt es keine genauen Zahlen zur Häufigkeit von sexuellen Gewalttaten, die durch Mädchen, Frauen und Mütter ausgeübt werden. Der Zugang zu Täterinnen ist sehr schwierig, was die Forschung erheblich erschwert. Daher gibt es nur wenige relevante Forschungsergebnisse. Ein weiterer Grund ist, dass weibliche Täterschaft auch heute noch oft beschwiegen wird. 

6.4.1 Hellfeld

 

Gesicherte Zahlen zu weiblicher Täterschaft finden sich nur in der polizeilichen Kriminalstatistik (PKS). Hier werden alle zur Anzeige gebrachten Verdachtsfälle aufgenommen. Sie „beleuchten“ das sog. Hellfeld. „Die Polizeiliche Kriminalstatistik gibt Aufschluss über die Zahl der Anzeigen...Für das Jahr 2015 verzeichnet sie 

  • 11.808 Anzeigen wegen Kindesmissbrauchs,
  • 1.103 Anzeigen wegen Missbrauchs an Jugendlichen und
  • 416 Anzeigen wegen Missbrauchs an minderjährigen Schutzbefohlenen.“ (Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Missbrauchs, 2016)

 

Der Anteil von Täterinnen an allen zur Anzeige gebrachten Sexualstraftaten hat sich seit 2010 nur unwesentlich verändert und liegt bei ca. 4% aller Anzeigen.

6.4.2 Dunkelfeld

 

Der Begriff „Dunkelfeld“ bezeichnet die Differenz zwischen den amtlich registrierten Straftaten aus der Polizeistatistik und den vermutlich tatsächlich begangenen.

 

Von den gesicherten Zahlen des Hellfeldes kann nämlich nicht auf das Ausmaß der tatsächlich begangenen sexuellen Gewalttaten durch Täterinnen geschlossen werden. 

 

Wir wissen, dass z.B. viele der vollendeten Taten gar nicht erst angezeigt werden. Auch wird davon ausgegangen, dass das Dunkelfeld bei Täterinnen größer ist als das bei Tätern. Hier wird vermutet, dass neben der Angst der Betroffenen vor angedrohten Repressalien auch ihre Angst vor Verlust der Zuwendung von Bedeutung ist. Wenn die Täterin aus dem familiären Umfeld kommt und ganz besonders, wenn die Mutter die Täterin ist, liegt die Hemmschwelle zu einer Anzeige sehr hoch. Bei missbrauchten Jungen kommt noch die Scham hinzu, zum Opfer geworden zu sein (vgl. Mosser, P., 2016). 

 

Auch sehr kleine Kinder werden Opfer von sexueller Gewalt. Sie vergessen meist aber das Erlebte (infantile Amnesie) oder verdrängen die sehr belastenden Erlebnisse. Viele dieser Taten werden zudem unter hygienischen bzw. fürsorglichen Aspekten verborgen und bleiben so unsichtbar. 

 

Gisela Braun geht vor dem Hintergrund einer Analyse neuerer Studien von einem Anteil von 10-15 % aller Fälle sexueller Gewalt an Kindern und Jugendlichen durch Frauen und Mädchen aus. Zartbitter e.V., Köln z.B., nennt sogar einen Anteil von 13-25 % aller Fälle.  (Egli-Alge, M., 2013) 

 

Um das Dunkelfeld wenigstens ein wenig aufzuhellen und eine annähernde zahlenmäßige Vorstellung von seiner Größe zu bekommen bedarf es einer Dunkelfeldforschung. Hier werden in der Regel quantitative Opfer- und Täter- bzw. Täterinnen-Befragungen durchgeführt, bei denen eine repräsentative Gruppe der Bevölkerung zu eigenen Täter- oder Opfererfahrungen befragt wird. Die Ergebnisse solcher Befragungen lassen aber nur eine Annäherung an die Häufigkeit (Prävalenz) zu (vgl.. Allroggen, M. et al., 2016, S. 107 – 113; vgl. auch weitere dort zitierte Studien). 

 

Bei den wenigen veröffentlichten Dunkelfeldforschungen zu weiblicher Täterschaft kommt erschwerend hinzu, dass es sich meist um Befragungen von Betroffenen handelt und nicht um Befragungen von Täterinnen. Der Zugang zu Sexualtäterinnen ist sehr schwierig, was nicht zuletzt wohl auch in der Tabuisierung weiblicher Täterschaft begründet ist. Durch diese Tabuisierung kommen Frauen und Mädchen oft gar nicht  oder nur am Rande in den Fragehorizont der Forschenden. Aber auch die befragten Betroffenen wehren sich heftig, z.B. während des Aufdeckungsprozesses, gegen die Möglichkeit, von einer Frau oder gar der eigenen Mutter missbraucht worden zu sein. Besonders die betroffenen Jungen, aber auch die Täterinnen bagatellisieren solche Erfahrungen oft als „Einführung in die Liebe“ oder bei den Jungen als „Bestätigung ihrer eigenen besonderen sexuellen Ausstrahlung und Reife“.

 

Oft berichten Betroffene auch erst im Erwachsenenalter von der in ihrer Kindheit erfahrenen sexuellen Gewalt durch Frauen und Mütter. Diese Fälle können daher erst mit großer Verzögerung in die Dunkelfeldzahlen eingehen. 

6.5 Wissen über Täterinnen – Ergebnisse aus der Dunkelfeldforschung

 

In den letzten Jahren sind eine Reihe von Studien und Bücher zum Thema Sexualtäterinnen (Dunkelfeldforschung) erschienen.

 

Exemplarisch möchte ich die schon oben erwähnte bevölkerungsrepräsentative Studie „Prävalenz sexueller Gewalt“ (Allroggen, M. et al. 2016) nennen. In dieser Studie „wurden 2.513  Personen“ „(2.422 über 18 Jahre und 91 Personen im Alter von 14 bis 18 Jahren“) in Bezug auf sexuelle Gewalt sowohl nach eigener Täterschaft als auch nach ihrer Erfahrung als Opfer anderer Erwachsener oder gleichaltriger Jugendlicher in den letzten 12 Monaten befragt. ...  „Eigenes sexuell aggressives Verhalten wurde von … 1,0 % (n= 13) der Frauen angegeben.“ (S. 107). Der Themenbereich sexuelle Gewalt gegen Kinder wurde ganz ausgeklammert mit der Konsequenz, dass auch hier wenig Erhellendes zum Dunkelfeld der Prävalenz [Häufigkeit M.F.] von Sexualtäterinnen, die Kinder missbrauchen, beigetragen wird... Erschwerend kommt hinzu, dass Forschungsdesign ebenso wie Forschungmethoden  selten vergleichbarsind und damit keine allgemein gültigen Aussagen ermöglichn (vgl. Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs 2016, S. 1). 

 

Ältere Studien (Heyne, 1993) zeigen, dass der Anteil von Mädchen, die von Täterinnen sexuelle Gewalt erfuhren, bei 6 – 13 % lagen, und bei männlichen Betroffenen bei 14 – 25 %. (Die Spannen bei den Prozentangaben verweisen auf die Ergebnisse verschiedener Studien, die wegen unterschiedlicher Inhalte, Fragestellungen und methodischer Ansätze nicht vergleichbar sind).

 

„Eine neuere deutsche repräsentative Studie kommt zu dem Ergebnis, dass etwa jeder achte Erwachsene in Deutschland in seiner Kindheit und Jugend sexuelle Gewalterfahrungen machen musste. Diese Zahl ist aber nur bedingt auf heutige Kinder und Jugendliche zu übertragen. Zum einen wurden keine Kinder befragt und zum anderen ist nicht bekannt, ob die veränderten Risiken der heutigen Kindheit Einfluss auf die Häufigkeit von sexueller Gewalterfahrung haben“ (Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, 2016).

 

Eine Durchsicht weiterer neuerer Studien ergibt folgende, ebenfalls wissenschaftlich wenig belastbare Zahlen zu Täterinnen und den betroffenen Kindern und Jugendlichen:

 

10-15% der Fälle von sexueller Gewalt an Kindern werden von Frauen begangen. Etwa 35% dieser Täterinnen sind Fremde. Der größte Teil stammt aus dem sozialen Umfeld der Betroffenen, ist diesen bekannt und im täglichen Umgang vertraut. Es sind zum kleineren Teil Angehörige (Mütter, aber auch Tanten, ältere Cousinen oder Großmütter etc.) und zum größeren Teil Bekannte (Babysitterinnen, Nachbarinnen, Erzieherinnen in Kindertagesstätten oder Lehrerinnen etc.). 

 

15-20 % aller Jungen mit sexueller Gewalterfahrung machten sie mit Täterinnen, aber auch ca. 5 % aller betroffenen Mädchen.  

 

Das Durchschnittsalter der Täterinnen liegt bei ca. 26 Jahren.

 

Die größte Altersgruppe bilden mit 32 % die der unter 18-Jährigen, d.h. diese Täterinnen sind selbst noch Kinder oder Jugendliche. Nicht nur die Täter, sondern auch die Täterinnen werden demnach immer jünger (vgl. zu allen hier genannten Zahlen Hestermann (2012): S. 14 – 19; Bange, 2010: S. 4 – 7; Bange, 2011: S. 14 – 15).

 

Eine weitere Repräsentativbefragung zu sexuellem Missbrauch wurde 2011 vom Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen e.V. durchgeführt, 

 

Die Daten geben u.a. Aufschluss über das Geschlecht des Täters bzw. der Täterin.

 

Aus 2.419 Rückmeldungen konnte abgeleitet werden, dass „es sich in der Mehrzahl der Fälle [von sexuellem Missbrauch, M.F.] um männliche Täter (87,3%) handelt, Nur bei einem geringeren Anteil wurden Frauen als Täterinnen benannt. Ein Vergleich der Täternennungen von männlichen und weiblichen Betroffenen zeigt einen deutlichen Geschlechtseffekt. Männliche Betroffene von sexuellem Missbrauch berichteten häufiger von Täterinnen (14,1%) als die weiblichen Betroffenen (3%)“ (vergl. UBSKM, 2011, S. 48).

7 Täterinnen-Typen

Trotz der damals noch schmaleren Datenlage hat Jane Matthews (in Elliot, Hrsg. 1995, S.115) schon Mitte der 90er Jahre auf der Grundlage einer empirischen Studie eine Täterinnen-Typologie, geordnet nach zugeschriebenem Verantwortungsgrad, erarbeitet. Sie wird noch heute in der deutschsprachigen Literatur als Orientierungsschema verwandt.

7.1 Merkmale von Sexualtäterinnen

  • Täterinnen kommen aus allen sozialen Schichten;
  • die Taten werden überwiegend im Alter 16-36 Jahren begangen. Das Durschnittsalter beträgt 26 Jahre, es gibt aber Täterinnen in allen Altersgruppen;
  • Täterinnen kennen ihre Opfer meist schon (lange) vor der Tat;
  • sie begehen die Tat oft unter Zwang eines Mannes (~50 % der Fälle);
  • Frauen werden aber auch selbst initiativ oder setzten eine gemeinsame Tat allein fort;
  • Forschungsergebnisse zur Gewaltanwendung durch Täterinnen sind widersprüchlich. Sie zeigen einerseits, dass Sexualtäterinnen weniger aggressiv vorgehen, andere Studien belegen,dass auch sie körperliche Gewalt ausüben;
  • Erkenntnisse zu den Merkmalen Anzahl der Opfer, Dauer und Häufigkeit der sexuellen Übergriffe sind ebenfalls widersprüchlich. Einerseits zeigen Studien eine geringere Opferzahl pro Täterin mit einer häufig längeren Dauer des Missbrauchs, andererseits gibt es Befunde, dass alle drei Faktoren bei Täterinnen niedriger sind als bei Männern;
  • Täterinnen sind als Kinder häufig selbst Opfer sexualisierter Gewalt gewesen und gelten daher als prädisponiert;
  • Bei Sexualtäterinnen werden in Literatur und in öffentlicher Meinung oft Drogen-, Medikamenten- und Alkoholmissbrauch sowie psychische Krankheit als Merkmale genannt.

(vgl. Hestermann 2012, S. 32-38)

Zu diesen, die Täterinnen charakterisierenden Merkmalen gibt es weiteren Erkenntnis- und Forschungsbedarf.

7.2 Motive von Täterinnen

Auch wissen wir zu wenig über die Motive von Sexualtäterinnen. Erst wenn wir die Frage, warum sie zu Täterinnen werden, wissenschaftlich haltbar beantworten können, ist die Basis geschaffen, Täterinnenprofile, wie sie es für Sexualtäter gibt, zu erarbeiten. Solche Profile ermöglichen dann, Fortschritte in Richtung Therapie und Prävention zu machen.

  • Motiv, eigene sexuelle Bedürfnisse zu befriedigen;
  • Motiv, Wünsche nach Nähe, Zärtlichkeit, Anerkennung und Liebe zu erfüllen;
  • Motiv, Langeweile zu überwinden
  • Motive, Wünsche nach Rache und Bestrafung zu erfüllen;
  • Motiv, Neid Kindern gegenüber ob deren Lebendigkeit;
  • Motiv, das Kind als Partnerersatz zu missbrauchen;
  • Motive, Macht und Kontrolle auszuüben;
  • Motiv, sich körperliche Entspannung durch die sexualisierte Gewalt zu verschaffen.

(vgl. Hestermann 2012, S. 38-42)

7.3 Täterinnen - Typologie

Es gibt nach wie vor nur wenige aussagekräftige Studien über Frauen, die sexualisierte Gewalt an Kindern verüben. Daher können detaillierte Profile für Täterinnen, wie sie für Täter erarbeitet wurden, noch nicht entwickelt werden. Erste Systematisierungsversuche mündeten in einer Täterinnen-Typologie. Sie basiert überwiegend auf ausländischen, vor allem amerikanischen, kanadischen und britischen Studien. Deutsche Wissenschaftlerinnen haben diese Typologie aufgenommen und weiter ausdifferenziert.

Ehe eine Täterinnen-Typologie präsentiert werden kann, ist es wichtig, bisher bekannte Merkmale weiblicher Täterschaft vorzustellen. Nur mit fundiertem Wissen darüber, was Täterinnen kennzeichnet, ist es möglich, Täterinnen zu identifizieren und so die hohe Dunkelziffer bei  weiblicher Täterschaft zu verringern.

7.3.1 Die Liebhaberinnen (teacher/lover, ausbeuterische Verführerinnen)

Diesen Täterinnen, die überwiegend vorpubertäre und pubertierende Jungen, (aber auch Mädchen M.F.) „verführen“ und ihnen sexuelle Gewalt antun, wird der höchste Verantwortungsgrad zugeschrieben. Sie sind erwachsene Frauen, die die sexuelle Gewalt initiieren und dabei ihre Machtpositionen ausnutzen. Sie beuten die sexuelle Neugier der Jungen ausschließlich zum eigenen Lustgewinn aus.

7.3.2 Die vorbelasteten Täterinnen (die Prädisponierten)

Sie erfuhren in ihrer Kindheit und Jugend selbst sexualisierte Gewalt und wiederholen dieses Erfahrungsmuster bei ihren eigenen oder fremden Kindern. Wichtig ist hier zu beachten, dass eigene Erfahrung mit sexualisierter Gewalt Frauen nicht zwangsläufig zu Täterinnen werden lässt. Dagegen spricht, dass statistisch gesehen die meisten Opfer Mädchen sind, die meisten Täter aber Männer. Führte sexualisierte Gewalterfahrung von Mädchen zwangsläufig zu Täterschaft, wenn sie erwachsen sind, müsste dieses Verhältnis umgekehrt sein. Den vorbelasteten Täterinnen wird Verantwortlichkeit für ihr Tun zugeschrieben, wenngleich die Meinung vorherrscht, dass ihre eigene Erfahrung als Opfer in gewissem Sinne ihre Verantwortlichkeit reduziert.

7.3.3 Die Mittäterinnen (die von Männern gezwungenen Täterinnen)

Diesem Täterinnentypus wird der geringste Grad an Verantwortung für ihre Täterschaft zugeschrieben. Diese Frauen stehen selbst unter sexualisierter Gewalt von Männern, aus der sie sich nicht lösen können. Sie werden von den sexualisierte Gewalt ausübenden Partnern physisch und/oder psychisch gezwungen, den Opfern gemeinsam mit ihnen sexualisierte Gewalt anzutun.
Für alle drei Typen ist wichtig zu betonen, dass der Grad der Verantwortung, der den jeweiligen Täterinnentypen zugeschrieben wird, keinerlei Aussage über die Schwere der Verletzung der jeweiligen Opfer zulässt.

Diese Typologie haben Babara Kavemann und Gisela Braun für die deutsche Diskussion  von Jane Matthews übernommen (Kavemann/Braun 2002, S.121-131). Die Autorinnen haben sie jedoch durch einen vierten Typus ergänzt. Vor dem Hintergrund der auch heute immer noch unzureichenden Datenlage soll so der Möglichkeit Rechnung getragen werden, dass es noch Täterinnen gibt oder geben kann, deren sexualisierte Gewalthandlungen keinem der oben beschriebenen Täterinnen-Typen zugeordnet werden können.

7.3.4 Die atypischen Täterinnen

Als atypische Täterinnen werden von Kavemann und Braun (2002, S. 127) z.B. Frauen genannt, die sich gezielt Sexualtäter als Partner suchen, oder die sexualisierte Gewalt gleichberechtigt mit einem Mann ausüben. Auch Frauen, die pädosexuellen Gruppen angehören und in diesem Rahmen sexualisierte Gewalt ausüben, werden durch die drei genannten Typen nicht erfasst (Heyne, 1993, S. 266), ebensowenig wie "Frauen im Zusammehang mit Ritualisierung von sexualisierter Gewalt" (Hestermann 2012, S. 50).

8 Weshalb muss dieses Tabu gebrochen werden?

 

Nach diesem exemplarisch ausgewählten Überblick über die  Erkenntnisse zur Häufigkeit (Prävalenz) weiblicher Täterschaft wird deutlich, dass die noch immer wirksame Tabuisierung einen nicht unbedeutenden Anteil an der unzureichenden Datenlage hat. 

 

Wir können davon ausgehen, dass eine weitere Enttabuisierung weiblicher Sexualtäterschaft dazu beitragen wird, sexuelle Gewalt durch Frauen stärker im Bewusstsein der Forschenden zu verankern und so erreicht werden kann, dass neue Forschungsvorhaben das Dunkelfeld weiter aufhellen. Aber auch die Öffentlichkeit muss über weibliche sexuelle Gewalttaten besser informiert werden, um sie für die Lebenssituation von sexueller Gewalt durch Frauen Betroffener zu sensibilisieren.   

 

Enttabuisierung ermöglicht auch, bestimmte Annahmen der mythologisierten Idealisierung der Rolle der Mütter zur Diskussion zu stellen, zu hinterfragen bzw. zu widerlegen.

 

Wir wissen, dass Mütter, wie alle Frauen, nicht asexuell sind. Außerdem verfügen auch sie über Macht, z.B. abhängigen Kindern gegenüber, und können sexuelle Gewalt ausüben. Werden sie zu Sexualtäterinnen, richten sie die sexuelle Gewalt meistens gegen das menschlich schwächste Glied, das Kind, manchmal sogar gegen das eigene.

 

Wir wissen auch, dass für Kinder und Jugendliche beiderlei Geschlechts die sexuellen Übergriffe durch Frauen ebenso zerstörerische Folgen haben wie die durch Männer. Vermutlich sind die Folgen weiblicher sexueller Gewalt sogar noch tief greifender. Bei Jungen sind solche Verletzungen womöglich besonders gravierend, weil sie seltener als Mädchen über ihre Erfahrungen sprechen können. Wenn sie es dennoch versuchen, finden sie oft kein Gehör, da ihnen nicht geglaubt wird, was nicht zuletzt auch auf die Tabuisierung weiblicher Täterschaft zurückzuführen ist. 

Zudem haben Jungen häufig große Schwierigkeiten, sich selbst als Opfer wahrzunehmen,  Hilfe zu suchen und anzunehmen. Sie fürchten, als Opfer stigmatisiert zu werden. Hier gibt es ebenfalls tief verwurzelte Vorstellungen und Erwartungshaltungen an Jungen und Männer – maskuline Stereotype – , die Jungen als stark und unverletzlich idealisieren. Viele Jungen haben dieses Männerbild verinnerlicht. Sie suchen und akzeptieren deshalb seltener Hilfe (Mosser, P., 2017; Kotthoff, L. 2016).

 

Wir müssen uns also der Erkenntnis stellen, dass es Mädchen, Frauen und Mütter gibt, die Sexualtäterinnen sind oder werden können. Diese Erkenntnis sollte uns auch motivieren, unser Wissen über weibliche Sexualtäterschaft (z.B. durch weitere und differenziertere Dunkelfeldforschung) zu vertiefen. Nur dann können wir den schon betroffenen Kindern und Jugendlichen helfen und andere vielleicht vor diesen traumatischen Erlebnissen bewahren. 

 

Nur wenn wir diese Hintergründe kennen, uns mit ihnen auseinandersetzen, sie auch benennen, können wir das Tabu brechen. Und es muss gebrochen werden, damit den von sexueller Gewalt durch Frauen, Mädchen und Mütter Betroffenen Gehör verschafft, ihnen geglaubt wird und geholfen werden kann. 

 

Präzisere wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über weibliche Täterschaft sind auch erforderlich, um effektive und den spezifischen Situationen der möglicherweise von weiblicher Täterschaft Betroffenen angemessene Präventionsprogramme entwickeln zu können.

8.1 Fazit

 

Für Mädchen, Frauen und Mütter, die Täterinnen geworden sind, müssen wir festhalten, dass noch wenig z.B. über ihre Lebenssituationen und Biografien bekannt ist. Auch wissen wir sehr wenig darüber, wie sie mit ihrer Täterschaft umgehen und ihre Taten verarbeiten. Hinzu kommt ein schwieriger Zugang zu Täterinnen, sodass nicht sie sondern meist von ihrer sexueller Gewalt  Betroffene über ihre Erfahrungen mit den Täterinnen berichten.

 

Neben anderen Aspekten, die den Stand des Wissens beeinflussen, ist es auch die nach wie vor verbreitete Tabuisierung weiblicher Täterschaft, die weitere Forschungen erschwert. 

 

Aber nicht nur die Forschung wird erschwert, sondern auch die Entwicklung von  Hilfeangeboten für Täterinnen. Sie brauchen, ebenso wie Täter, intensive Hilfe, sowohl in psychologischer und sozialer als auch ggf. in seelsorgerischer Hinsicht. Nur so können sie sich aus dem Teufelskreis der Gewalt befreien. Ohne Hilfe ist es ihnen meist nicht möglich, die erforderlichen Kräfte und sozialen Kompetenzen zu entwickeln, die sie brauchen, um die Spirale der Gewalt zu durchbrechen. Das trifft besonders auf Frauen zu, die ihren eigenen Kindern sexuelle Gewalt angetan haben oder noch antun. 

8.2 Literatur zum Beitrag: Frauen als Sexualtäterinnen? Ein Tabu, das gebrochen werden muss!

 

Amendt, G. (1993): Wie Mütter ihre Söhne sehen. Ikaru, Bremen.

 

Bange, D. (2011): Eltern von sexuell missbrauchten Kindern. Reaktionen, psychosoziale Folgen und Möglichkeiten der Hilfe. Göttingen et al. 

Bange, D. (2010): "Sexueller Missbrauch an Kindern - Definitionen, Zahlen, Daten und Fakten" in Lernende Schule, Heft 51, Jg.13, S.4-7.

 

Beck, Heike; Bretländer, Bettina; Flügge, Sibylla: Handlungsvereinbarung und Muster-Dienstvereinbarung zum Umgang mit Grenzverletzungen, sexuellen Übergriffen und sexueller Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen in Voll- und teilstationären Einrichtungen der Behindertenhilfe; in Kooperation mit dem Hessischen Sozialministerium und dem Hessischen Netzwerk behinderter Frauen, FH Frankfurt am Main 2013.

 

Braun, G. (2001): An eine Frau hätte ich nie gedacht...! Frauen als Täterinnen bei sexueller Gewalt gegen Mädchen und Jungen. 2. Auflage. Unter Mitarbeit von Barbara Kavemann. Hrsg. Von Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz (AJS), Landesstelle Nordrhein-Westfalen e.V. Köln, Essen: Drei-W-Verlag. 

 

Bundschuh, Claudia /Stein-Hilbers, Marlene: Abschlußbericht zum Projekt "Entstehungsbedingungen der Pädosexualität, Universität Bielefeld 1998, S.191. 

 

Danneker, Martin, Pädosexualität, in: Handwörterbuch Sexueller Missbrauch, hrsg. von Dirk Bange/Wilhelm Körner, Göttingen 2002, S.390-394, S. 392.

 

Fegert, J. et al.(2013): Sexueller Kindesmissbrauch – Zeugnisse, Botschaften, Konsequenzen. Ergebnisse für die Begleitforschung für die Anlaufstelle der Unabhängigen Beauftragten der Bundesregierung zur Aufarbeitung des sexuellen Kindesmissbrauchs, Frau Dr. Christine Bergmann. Weinheim u.a.: Beltz Juventa (Studien und Praxishilfen zum Kinderschutz).

 

Gerber, H. (2004): Frauen, die Kinder sexuell missbrauchen. Eine explorative Studie. Berlin: Pro Business.

 

Hestermann, H-M. (2012): Frauen als Täterinnen im Kontext sexualisierter Gewalt gegenüber Kindern - Aspekte der Profilbildung und Leerstellen in der Forschung. Unveröffentlichte Masterarbeit , Westfälische Wilhelms-Universität Münster, Institut für Erziehungswissenschaft. 

 

Heyden, S. et al. (2010): Missbrauchstäter. Phänomenologie – Psychodynamik – Therapie. Stuttgart

 

Heyne, C. (1993): Täterinnen - Offene und versteckte Aggression von Frauen. Zürich.

 

Homes, A. M. (2004): Von der Mutter missbraucht. Frauen und die Lust am Kind. Verlag Books on Demand 

 

Kavemann, B./Graf von Kesteren, A./Rothkegel, S/Nagel,B. (2016): Erinnern, Schweigen und sprechen nach sexueller Gewalt in der Kindheit. Wiesbaden Springer VS

 

Kavemann, B. (2015): Frauen und Mädchen als Opfer und Täterinnen von sexuellem Missbrauch. In: J.M. Fegert/M. Wolff (Hrsg.): Kompendium „Sexueller Missbrauch in Institutionen“, S. 285-294. Weinheim/Basel: Beltz Juventa.

 

Kavemann, B. (2009): Sexualisierte Gewalt gegen Mädchen und Jungen. In: Elz, J. (Hrsg.): Täterinnen. Befunde, Analysen, Perspektiven. Wiesbaden: KrimZ (Kriminologie und Praxis,  Bd. 58), S. 121-131.

 

Kavemann, B., G. Braun: "Frauen als Täterinnen" in: Bange, D., W. Körner, Hrsg. (2002): Handwörterbuch Sexueller Missbrauch. Göttingen u.a., S. 121-131. 

 

Lamnek, S. et al.(2013): Tatort Familie. Häusliche Gewalt in gesellschaftlichem Kontext Springer VS

 

Matthews, J. K. : "Die Arbeit mit Sexualstraftäterinnen" in Elliot, M., Hrsg.(1995): Frauen als Täterinnen. Ruhnmark, S. 113-134.

 

Mosser, P.  (2016): Wege aus dem Dunkelfeld. Aufdeckung und Hilfesuche nach sexuellem Missbrauch an Jungen. Wiesbaden. 

 

Peh, T. (2015): Sexueller Missbrauch von Kindern durch die Mutter. Ursachen, Folgen und Interventionsansätze. Diplomica Verlag.

 

Prävention. Zeitschrift des Bundesvereins zur Prävention von sexuellem Missbrauch. 2/2004. Jahrgang 7, Heft 2, S. 5ff (Mädchen und Frauen als Täterinnen) 

 

Saum-Aldehoff, Th. (2015): Was für ein Typ bin ich? In: Psychologie heute, 42. Jg., Heft 6, S. 64 – 69.

 

Stadler, L./Bieneck, S. und Wetzels, P. (2012): Viktimisierung durch sexuellen Kindesmissbrauch: Befunde national-repräsentativer Dunkelfeldforschung zu Entwicklungstrends in Deutschland. Prax Rechtspsychol 22,1, S. 190-220


Internet-Quellen:

Allroggen M, Rassenhofer M, Witt A, Plener PL, Brähler E, Fegert JM:

 

The Prevalence of sexual violence---results from a population-based-sample. Dtsch Arztebl Int 2016; 113: 107-13. Zugriff am 20.05.2017. 

Verfügbar unter:  DOI: 10.3238/arztebl.2016.0107 

 

Bundeskriminalamt:Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2015. Zugriff am 23.02.2017. Verfügbar unter: www.bka.de/DE/AktuelleInformationen/StatistikenLagebilder/PolizeilicheKriminalstatistik/PKS2015/pks2015_node.html 

 

Egli-Alge, M., 2013: Sexualstraftäterinnen – Psychodynamik, Hintergründe, Fakten und Mythen. Vortrag. Zugriff am 27.01.2017. Verfügbar unter:

9 Literatur (zu Punkt 1-5)

Bange, D. (2011): Eltern von sexuell missbrauchten Kindern. Reaktionen, psychosoziale Filgen und Möglichkeiten der Hilfe. Göttingen et al.

Bange, D. (2010): "Sexueller Missbrauch an Kindern - Definitionen, Zahlen, Daten und Fakten" in Lernende Schule, Heft 51, Jg.13, S.4-7.

Bundschuh, Claudia /Stein-Hilbers, Marlene: Abschlußbericht zum Projekt "Entstehungsbedingungen der Pädosexualität, Universität Bielefeld 1998, S. 191.

Danneker, Martin, Pädosexualität, in: Handwörterbuch Sexueller Missbrauch, hg. von Dirk Bange/Wilhelm Körner, Göttingen 2002, S.390-394, S. 392

Hestermann, H-M. (2012): Frauen als Täterinnen im Kontext sexualisierter Gewalt gegenüber Kindern - Aspekte der Profilbildung und Leerstellen in der Forschung. Unveröffentlichte Masterarbeit , Westfälische Wilhelmsuniversität Münster, Institut für Erziehungswissenschaft.

Heyne, C. (1993): Täterinnen - Offene und versteckte Aggression von Frauen. Zürich

Kavemann, B., G. Braun: "Frauen als Täterinnen" in Bange, D., W. Körner, Hrsg. (2002): Handwörterbuch Sexueller Missbrauch. Göttingen u.a., 121-131

Matthews, J. K.: "Die Arbeit mit Sexualstraftäterinnen" in Elliot, M., Hrsg.(1995): Frauen als Täterinnen. Ruhnmark, S. 113-134

Zartbitter e. V. (Hrsg): Wer sind die Täter und Täterinnen? URL: http://www.zartbitter.de/gegen_sexuellen_missbrauch/Muetter_Vaeter/2020_wer-sind_die_taeter_taeterinnen.php (abgerufen am 16.04.2013).

Autorinnen und Autoren

  • PD Dr. Monika Friedrich

    PD Dr. Monika Friedrich arbeitet im wissenschaftlichen Beirat des Projekts Kinderschutzportal mit. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören die Themen Resilienz, Mütter von Betroffenen sexualisierter Gewalt und Täterinnen.

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  • Prof. Dr. Herbert Ulonska

    Prof. Dr. Ulonska ist Initiator und langjähriger Leiter des Projekts Kinderschutzportal.

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Buchtipp

Salter, Anna: Dunkle Triebe: Wie Sexualtäter denken und ihre Taten planen. Goldmann Verlag, 2006. Eine Rezension zum Buch finden Sie hier.