Folgen

1 Auswirkungen sexualisierter Gewalt

Wie sich sexualisierte Gewalt auf das Kind auswirkt, ist von mehreren Faktoren abhängig:

  • vom Alter des Opfers
  • vom individuellen Entwicklungsstand des Kindes
  • vom Verhältnis zum Täter/zur Täterin
  • von der Intensität sexueller Gewaltpraktiken
  • von der Häufigkeit sexualisierter Gewalt
  • von der Reaktion der Umwelt auf die Signale des Opfers
  • von der Reaktion der Umwelt auf die aufgedeckten sexuellen Gewalttaten.

Auswirkungen sexualisierter Gewalt werden in analysierten Autobiographien wie in der Fachliteratur u.a. wie folgt beschrieben:

  • Vertrauensverlust
  • Schuld- und Schamgefühle
  • Ohnmacht
  • Angst
  • Zweifel an der eigenen Wahrnehmung
  • Rückzug auf eigene Traumwelten
  • Isolation.

Bei aller Auflistung darf der je individuelle Bezug nicht verloren gehen.

2 Emotionale Kompetenz des Kindes

Bei der Frage nach dem Einfluss sexualisierter Gewalterfahrung auf die Wahrnehmungskompetenz des Kindes wird hier auf die Arbeit zur emotionalen Kompetenz bei Kindern von Franz Petermann und Silvia Wiedebusch verwiesen.

Petermann und Wiedebusch stellen in diesem Zusammenhang folgende Fragen: 

  • Wie erleben Kinder emotional ihre Gewalterfahrung?
  • Was geht in ihrem Gefühlshaushalt vor?
  • Wie teilen sie ihre Gefühle mit?
  • Welche Sprachimpulse löst das Erlebte, trotz Redeverbot durch den Täter aus?
  • Wie nehmen die Vertrauenspersonen wiederum diese Gewalterfahrung auf?
  • Welches Verstehen löst die Mitteilung bei der Vertrauensperson auf Grund eigener sexueller Erlebnisse und Erfahrungen aus? (vgl. Petermann, Wiedebusch, 2003, S.95-134)

Petermann und Wiedebusch gehen von folgender These aus: „Misshandelte Kinder zeigen Auffälligkeiten in ihrer physiologischen Reaktivität und Emotionalität und erwerben im Entwicklungsverlauf typische Defizite in den Bereichen des mimischen und sprachlichen Emotionsausdrucks, des Emotionsverständnisses und der Fähigkeit zur Emotionsregulation.“ (2003, S.127).

2.1 Pysiologische Dysregulationen

Kinder mit sexualisierter Gewalterfahrung zeigen physiologische Dysregulationen. Sie werden durch eine länger andauernde Veränderung im Stresshormonhaushalt ausgelöst. Das Leben des Kindes zwischen permanenter Existenzangst und der Abwehr des Täters/der Täterin lassen eine Emotionsregulation nur unangemessen zu.

„Reaktionen wurden als dysreguliert bewertet, wenn die Kinder in sozialen Interaktionen auf neutrale oder sogar freundliche Signale ihrer Gleichaltrigen hin mit Übererregung, Ängstlichkeit oder unangemessenen Gefühlen reagieren“ (2003, S.131).

Diese emotionalen Ausbrüche und Unberechenbarkeiten der Opfer sexualisierter Gewalttaten lassen viele Vertrauenspersonen verzweifeln, weil mancher Gefühlsausbruch situativ unabhängig verläuft und sich nicht erklären lässt.

„Ältere misshandelte Kinder zeigen häufiger negative Gefühle, vor allem ein höheres Maß an Ärger und Aggression, wenn sie bedrohlichen Situationen und Konflikten ausgesetzt sind“ (2003, S.128). Was für Betroffene bedrohlich erscheint, ist oft nicht leicht zu durchschauen.

2.2 Mimischer Gesichtsausdruck

Petermann und Wiedebusch berichten von einer Studie mit Drei- bis Siebenjährigen, dass statistisch hochsignifikant betroffene Opfer in ihrem eigenen Gesichtsausdruck emotional nicht eindeutig sind. Auch bei anderen können sie diese Gefühle nicht eindeutig feststellen. Die Unterdrückung eigener Gefühle im Gesichtsausdruck kann ein Schutzverhalten gegenüber dem Täter/der Täterin sein. Wer negative Gefühle zeigt, könnte noch mehr zum Schweigen gezwungen werden. Wer positive Gefühle zeigt, verstärkt und bestätigt das Täterverhalten.

Täterinnen und Täter projizieren gern ihr eigenes Lustverhalten auf ihre Opfer und fordern zustimmende Resonanz: „Es hat dir doch auch Spaß gemacht“. Gegenüber den unberechenbaren Attacken des Täterinnen und Täter schützt ein neutralisierter Gesichtsausdruck. „Nur nichts anmerken lassen, dann hört er bald auf“, ein Satz, der oft in den Autobiographien auftaucht.

Ein internalisierter emotionsloser, neutralisierter Gesichtsausdruck kann dann zu dem Missverständnis in der Wahrnehmung führen, das Kind leide ja nicht; denn eine Leidensmine sei nicht erkennbar. Dazu eine Beobachtung von Petermann: „Da die Fähigkeit, Gefühle zuverlässig zu erkennen, ein wichtiger Bestandteil sozialer Interaktionen ist, könnten die Defizite misshandelter Kinder in diesem Bereich für ihre Verhaltensprobleme verantwortlich sein“ (2003, S.129).

Das Kind kann den ärgerlichen oder freundlichen Gesichtsausdruck anderer für sich nicht richtig einschätzen und reagiert unangemessen, was zur Irritation der Vertrauensperson beiträgt. Vergleichbare Defizite gelten auch für die emotionale Sprache.

“Möglicherweise haben misshandelte Kinder in ihrem familiären Umfeld gelernt, dass es bedrohlich oder sogar gefährlich ist, über negative Gefühle zu reden“ (2003, S.130). Wer keine Gefühle zeigt, kann auch nicht bestraft werden. „Ist was mit dir?“ „Nein, alles o.k.“, sagt das Kind, „es geht mir gut“, gilt dann als positive Bestätigung und entlastet den Täter/die Täterin. Sagt es, es geht mir schlecht, bedroht diese Aussage den Täter/die Täterin und er/sie verstärkt den Geheimhaltungsdruck.

2.3 Emotionsverständnis

„Shipman et al. (2000) untersuchten das Emotionsverständnis sechs- bis zwölfjähriger, sexuell missbrauchter Mädchen. Auch hier zeigten die misshandelten Mädchen hinsichtlich der Emotionen Traurigkeit und Ärger, ein geringeres Emotionsverständnis als die Kontrollgruppe. Sie hatten mehr Schwierigkeiten, die Ursachen und Konsequenzen emotionaler Situationen richtig einzuschätzen und reagierten auf den Emotionsausdruck anderer in unangemessener Weise. Außerdem waren sie sich seltener ihrer eigenen Gefühle bewusst. Die Autoren weisen darauf hin, dass die mangelnde Wahrnehmung eigener Emotionen in der Missbrauchssituation adaptiv sein kann, weil sie die Kinder vor schmerzlichen emotionalen Erlebnissen schützt, die ihre Bewältigungsressourcen übersteigen könnten“ (2003, S.130).

Aus vielen Autobiographien kennen wir dieses Verhalten. Kinder stellen sich tot oder „wandern“ in der sexuellen Ausbeutungssituation in ihre Traumwelten „aus“. Nur so können sie die Schwere der Gewalthandlung und die Schmerzen aushalten. Vergleichbares Verhalten ist für Folteropfer und multiple Persönlichkeiten beschrieben worden. Als Verstörung formuliert: Opfer sexualisierterr Gewalt flüchten immer wieder in ihre Traumwelten, auch bei Tage, was sie als abwesend erscheinen lässt.

3 Bewältigungsversuche bei sexueller Gewalt

Die Dynamik des sexuellen Missbrauchs, ob nun in der Familie oder in öffentlichen Einrichtungen, ist immer sehr ähnlich. Der Täter oder die Täterin nimmt zu einem Kind, das sie kennen und ihnen vertraut, besonderen Kontakt auf. In öffentlichen Einrichtungen wie Internat, Kirche oder Sportverein bieten sich die Täter den Eltern als besondere Vertrauenspersonen an, die sich für das Kind interessieren. Eltern und Kinder werden systematisch getäuscht. Die Kinder stehen ahnungslos und unwissend dem gegenüber, was auf sie zukommt. Sie kennen den Erwachsenen gut, vertrauen ihm und sind sich sicher, dass ihnen nichts Böses geschieht. Unter diesen Voraussetzungen ist es für den Täter leicht, das Kind in sexuelle Handlungen zu verwickeln. Er tarnt die ersten Übergriffe in ein Spiel, in Toben und Kitzeln oder in andere Formen von Kontakt und Zuwendung und verschleiert damit seine Absicht sowie den sexuellen Charakter seines Handelns. In der Folgezeit geht er gezielter vor, unterlässt die Tarnung und zwingt das Kind unter Drohungen mitzumachen. Am Verhalten des Täters, an seinen Reaktionen und seiner Erregung, wird dem Kind klar, dass das kein Spiel und kein ehrliches Interesse ist, aber es sieht kein Entkommen.

3.1 Anpassung, Alarmbereitschaft und Kontrolle

Um sich selbst zu schützen, ist es ständig in einem Zustand der Alarmbereitschaft. Schon bei geringfügigen Anlässen entstehen Unruhe, Erregung und Panik. Die betroffenen Kinder verhalten sich daher so unauffällig wie möglich, um dem Täter keinen Anlass zu geben. Sie sind ständig hellwach, weil sie befürchten, dass die Bedrohung wieder kommt.

Diese Anstrengung erfordert ungeheuer viel Energie, die für Spiel und normale Entwicklungsaufgaben nicht zur Verfügung steht. Sie können daher häufig keine altersgemäßen Kompetenzen entwickeln, so dass es fast immer zu Lernstörungen, Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität oder Entwicklungsverzögerungen kommt.

Judith Herman (2003) betont in ihrem Buch "Die Narben der Gewalt", dass Kinder und Jugendliche, die sexuelle Gewalt erfahren haben, trotz der Angst auslösenden Situation die Kontrolle bewahren müssen, um sich selbst zu schützen, denn sie wissen, dass sie nicht geschützt werden. Trotz der Hilflosigkeit können sie den Glauben an die eigenen Kräfte und die Hoffnung, geliebt zu werden, nicht aufgeben.

Mädchen wissen - wenn sie vom Vater missbraucht werden -, dass die Mutter oft wegschaut und eindeutige Zeichen ignoriert wie z.B. Bauchschmerzen, Verletzungen, Blut in der Unterhose. Eine junge Frau, die wegen einer schweren Borderline-Störungen in psychotherapeutischer Behandlung war, war von ihrem Vater im Alter von 4-7 Jahren immer wieder sexuell missbraucht worden. Sie sagt: "Mutter nahm jeden Abend Schlaftabletten. Sie wollte nichts davon mitbekommen, wenn Vater mich aus dem Bett holte, auf den Arm nahm, in den Keller brachte, auf dem Tisch festband, mir ein Tuch in den Mund steckte, damit ich nicht schrie und meinen Po mit Salbe eincremte. Dann hat er mich missbraucht. Ich blutete und hatte Schmerzen. Dann trug er mich wieder rauf. Mutter muss es gewusst haben. Sie sah das Blut in der Unterwäsche und sah, dass ich nicht sitzen konnte".

Missbrauchte Töchter wissen, dass sie auf sich allein angewiesen sind. Manchmal werden sie geradezu geopfert, um die Partnerschaft zu retten oder sich vor den sexuellen Ansprüchen des Mannes zu schützen. Die Fassade einer intakten Familie muss gewahrt werden. Die Angst vom Partner verlassen zu werden, ist oft stärker, als der Wunsch, das Kind zu schützen. Bei den betroffenen Kindern ist die Enttäuschung und Wut über die schwache Mutter groß. Der fehlende Schutz wird von den Kindern oft als genauso schlimm empfunden wie die sexuelle Gewalt selbst. Missbrauchte Kinder - Jungen noch häufiger als Mädchen - schweigen über das, was ihnen angetan wurde, weil sie sich schämen, sich schuldig fühlen oder weil sie befürchten, dass der Täter seine Drohungen realisiert (z.B. "Wenn du darüber sprichst, kommst Du ins Heim" oder "Dann verlässt uns die Mama").

3.2 Verdrängung des Erlebten

Wenn das Erlebte nicht mehr aktiv durch Anpassung, Alarmbereitschaft und Kontrolle verarbeitet werden kann, weil das Kind noch jung ist, der Missbrauch immer wieder vorkommt, Hilfe und Unterstützung nicht vorhanden sind, keine altersgemäße Stressverarbeitung möglich ist, muss das Erlebte aus der Erinnerung und dem Bewusstsein verdrängt werden. Die Kinder können den Konflikt nicht mehr lösen: Auf der einen Seite sind sie schutzbedürftig und brauchen Zärtlichkeit, Liebe und Akzeptanz, auf der anderen Seite wollen sie autonom sein, sich abgrenzen und sich schützen vor Schädigung und verletzender Gewalt. Folgende Verdrängungsmuster sind die Folge dieses Konfliktes:

3.2.1 Umdeutung der Realität und und Gedächtnisverlust

Das Kind weiß, dass es sich in einer hoffnungslosen Lage befindet. Trotzdem kann es die Hoffnung, geliebt und geschützt zu werden, nicht aufgeben. Es deutet daher die Realität um und sucht nach Erklärungen, die den Täter von Schuld befreien. Es sagt sich immer wieder, dass "er (oder sie) mich ja trotzdem liebt", dass "er (oder sie) ja sonst ganz lieb ist". Es ist leichter Schuld auf sich zu laden, als in der Gewissheit zu leben, dass man benutzt und verachtet wird. Belastende Gedanken und Erinnerungen werden daher aktiv unterdrückt und aus dem Gedächtnis gestrichen. Gefühl und Erinnerung werden voneinander getrennt. Man spricht in der klinischen Psychologie von Abspaltung (Dissoziation).

Opfer leugnen z.B. die erlebte Gewalt und die eigene Verletzung. Die oben erwähnte Patientin beschrieb es so: "Ich konnte mich aufspalten. Ich konnte von oben zusehen, wie mich mein Vater missbrauchte. Aber nicht ich wurde missbraucht, sondern nur mein Körper!" Sie unterschied damit zwischen dem Körper, der die Schmerzen erfuhr, und der Psyche, die davon unbeeinflusst schien. Damit wurde Realität umgedeutet und geleugnet. Die Patientin sagt "Ich habe immer das Gefühle gehabt, dass meine Empfindungen falsch sind. Ich dachte immer: Ich habe mich getäuscht. Es stimmt nicht, was ich empfinde". Durch die Spaltung von Wahrnehmung und Bewusstsein kann die Gewalt leichter ertragen werden.

Dissoziationen haben schwerwiegende Auswirkungen in der psychischen Entwicklung. Traumatisierte Kinder leben oft in Tagträumen und können Wirklichkeit und Phantasie nicht mehr genügend unterscheiden. Sie leben in phantasierten guten Welten oder aber werden von belastenden Bildern immer wieder getriggert und bedroht. Bereits geringfügige äußere Ähnlichkeiten mit der traumatischen Situation können alte Bilder und Gefühle wieder auslösen. Dissoziationen bewirken, dass Betroffene häufig nicht unterscheiden können, was Vergangenheit war und was Gegenwart ist, ob die erlebte Bedrohung tatsächlich vorhanden ist oder aus der Erinnerung stammt. Deshalb kommt es immer wieder ohne erkennbaren Anlass zu hoher Erregung und unkontrollierten, aggressiven Reaktionen, gegen sich selbst oder gegen Andere. Die Kinder benötigen daher viel Energie, um sich zu organisieren und den Alltag zu bewältigen. Leistungsversagen in der Schule, Fehlentwicklungen und Entwicklungsverzögerungen sind häufig die Folge.

3.2.2 Störung des Identitätsgefühls

Wenn das Kind den Missbrauch nicht vor sich selbst leugnen kann, muss es subjektiv einen Sinn dafür suchen. Seine Schlussfolgerung ist: "Da meine Eltern mich lieben, können sie nicht schlecht oder böse sein. Also muss das Böse in mir sein, ich muss schuldig sein!"

Die Borderline-Patientin sagte: "Mein Vater war ein liebenswerter Mensch. Er kann gar nicht von Grund auf böse sein. Ich habe nie Wut auf ihn gehabt, sondern nur Angst, ihn zu enttäuschen! Das Böse ist in mir!" Wenn sie aber böse sind - so schlussfolgern die traumatisierten Kinder weiter -, können sie versuchen gut zu werden, indem sie sich anstrengen, sich anpassen, brav sind und sich nicht wehren. Damit untergraben sie ihre Autonomieentwicklung und vergrößern ihr Leid, weil dieses Verhalten dem Täter Begründungen liefert wie z.B. "Du willst das ja auch! Es macht dir ja auch Spaß! Du hast mich verführt!".

Judith Hermann sagt dazu: "Das kindliche Opfer entwickelt ein vergiftetes....Identitätsgefühl, (es) verinnerlicht damit das Böse des Mishandlers und kann so die (...)Bindung an die Eltern wahren!" (2003, S.147).

Sie spricht damit das scheinbare Paradox an, dass auch misshandelte und missbrauchte Kinder enge Bindung an ihre Bezugspersonen suchen. Nienstedt und Westermann (2007) erklären dies mit dem Abwehrmechanismus der "Identifikation mit dem Aggressor". Kinder, die in ihrer Autonomie- und Ichentwicklung gestört sind, sind fest von ihrer Schuld überzeugt. Sie identifizieren sich mit dem Täter, beschuldigen sich selbst, rechtfertigen seine Aggression und fühlen sich verantwortlich für die sexuelle Gewalt. Auf diese Weise vermindern sie ihre Gefühle von Ohnmacht und Angst. Die Folge davon ist, dass sie sich selbst nicht als eigenständige Wesen wahrnehmen und ein unabhängiges Selbst entwickeln können.

3.2.3 Störungen der Gefühlsregulierung

Missbrauchten Kindern und Jugendlichen fällt es schwer, ihre Gefühle zu steuern. Sie misstrauen anderen, haben keine Frustrationstoleranz und geraten manchmal unvorhersehbar in eine furchtbare Wut, schlagen blind und ohne Mitgefühl auf andere ein oder richten ihre Wut in Form von Selbstverletzungen gegen sich selbst (sich ins Gesicht schlagen, mit dem Kopf gegen die Wand schlagen, Haare ausreißen, Verbrennungen zufügen, Haut ritzen u.a.).

Auch die erwähnte Patientin sagt: "Wenn das Blut fließt, weiß ich, dass ich lebe. Mit körperlichen Schmerzen kann ich umgehen, mit seelischen nicht!"Eine andere Jugendliche sagt:" Ich wollte so abmagern, dass ich keinen Po mehr hatte. Dann ist nichts mehr vorhanden, was ihn reizen kann! Oder ich habe mich mit Essen vollgestopft, mit Fäusten gegen die Wand geschlagen, mir Schnittwunden zugefügt. Ich konnte den Anblick meines Körpers nicht mehr ertragen".

Wie ist die Aggression gegen sich selbst oder andere zu erklären? In der frühen Kindheit übernimmt normalerweise die Mutter die Steuerung von Erregung wie z.B. bei Hunger, Müdigkeit oder Unwohlsein. Sie gibt der diffusen Erregung des Kindes einen Namen und eine Bedeutung z.B. wenn sie sagt: "Ach, du bist jetzt ganz müde". "Oh, du bist jetzt ganz wütend auf die Mama". Die äußere Steuerung durch die Mutter geht allmählich in innere Steuerung über. Das Kleinkind kann sich immer mehr selbst regulieren und steuern. Es kann etwas bewirken und beeinflussen und erlebt damit Selbständigkeit und Selbstwirksamkeit. Aber ein früh traumatisiertes Kind kann keine innere Steuerung aufbauen, da es keine Eigeninitiative und Selbstwirksamkeit erleben kann. Es kann in einer traumatisierenden Familie weder Unabhängigkeit oder Selbständigkeit noch Selbstkontrolle üben. Es kann weder sein Bedürfnis nach Zärtlichkeit und Nähe noch nach Autonomie und Anderssein leben und ausprobieren. Es kommt zu einer mangelnden Selbstregulierung.

Plötzlich entstehen Gefühle von Wut, Ärger, Angst und Traurigkeit, die zu unvorhergesehenen, aggressiven und zerstörerischen Handlungen führen können. Streeck-Fischer (2004) formuliert es so: "Ohne innere Landkarten, die ihnen Orientierung geben könnten, handeln sie, statt zu reflektieren; sie zeigen ihre Wünsche durch ihr Verhalten, anstatt sie verbal zu äußern. Sie sind nicht imstande wahrzunehmen, wer sie sind oder wer andere sind, und wissen nicht, wie sie andere Menschen für sich gewinnen können. Andere wirken auf sie beängstigend und bedrohlich...Alles Neue ist potentiell bedrohlich" (S.12).

Wenn das Umfeld, in dem das Kind lebt, gut strukturiert und geordnet ist, passt es sich zwar vorläufig und äußerlich an. Sobald die Situation jedoch unübersichtlich oder unorganisiert ist, (z.B. in Gruppen oder in kritischen Situationen in der Schule oder Familie) reagiert es impulsiv und hoch aggressiv. Mangelnde Ordnung und fehlende Struktur bedeuten Unsicherheit und Unberechenbarkeit. Sie machen Angst und führen zu depressivem Rückzug oder tätlichem Angriff. Im Jugendalter greifen sie oft zu äußeren regulierenden Mitteln, weil die eigene Steuerung zu schwach ist, wie z.B. Alkohol, Drogen oder sie orientieren sich an Ideologien, die identitätsstiftend und strukturgebend sein können.

4 Traumatisierung

Im Folgenden werden die Inhalte des Begriffs ‚traumatisches Ereignis’ und seine Auswirkungen beschrieben. Anschließend werden die Auswirkungen der Traumatisierung nach sexuellem Missbrauch und der erforderliche besondere Umgang mit traumatisierten Kindern erläutert.

4.1 Traumatische Ereignisse

Als traumatisch gelten Ereignisse, deren Intensität so überwältigend für Menschen ist, dass sie die Verletzten völlig überfluten und existentiell erschüttern. Sie führen zu intensiver Vernichtungsangst, Hilflosigkeit und Ohnmacht. Das Selbstschutzsystem bricht zusammen und ein sinnvolles, Ziel gerichtetes Handeln ist nicht mehr möglich.

Man unterscheidet zwischen:

  • akuter Traumatisierung, die sich auf die Verletzung durch ein schweres Ereignis bezieht (z.B. Tod, schwerer Unfall, Naturkatastrophen, Trennung der Eltern, Vergewaltigung) und
  • chronischer oder anhaltender Traumatisierung, die besonders häufig bei Kindern und Jugendlichen mit frühen Erfahrungen von Vernachlässigung, sexuellem Missbrauch und Misshandlung vorkommt.

4.2 Auswirkungen

Um die extreme Stressbelastung durch die Traumatisierung bewältigen zu können, kommt es häufig zu folgenden Reaktionen:

a) Übererregung

Traumatisierte befinden sich in einem Zustand der ständigen Alarmbereitschaft. Schon bei geringfügigen Anlässen entstehen überschießende Reaktionen mit Unruhe, Herzrasen und Schweißausbrüchen. Traumatisierte sind ständig hellwach, weil sie befürchten, dass die Gefahr und die Bedrohung, denen sie ausgesetzt waren, wiederkehren könnten. Ihr Selbstschutzsystem, das normalerweise mit Flucht oder Abwehr reagieren kann, funktioniert nicht mehr.

b) Eindringen ins Bewusstsein (Intrusion)

Bedingt durch bestimmte Stressbewältigungs-Hormone brennt sich die traumatische Szene ins Gedächtnis ein, und es drängen sich später ungewollt und ungesteuert Erinnerungen, Bilder und Gedanken (sog. Flashbacks) an das traumatische Ereignis auf. Schon bei geringfügigen Anlässen, die der ursprünglichen Szene ähneln, läuft der „Film der Bedrohung“ unkontrolliert ab (häufig als „triggern“ bezeichnet). Es gelingt den Traumatisierten nicht, in einen normalen Lebensrhythmus zu kommen, und jeder normale Entwicklungsverlauf, besonders bei Kindern und Jugendlichen, ist gestört.

c) Erstarrung (Konstriktion)

Traumatisierte Personen schwanken emotional zwischen der Übererregung einerseits und der Abschaltung und psychischen Erstarrung andererseits.  Situationen, die als bedrohlich empfunden werden, werden gemieden. Wut und Angst können nicht bewältigt werden, sondern führen zu emotionaler Distanz, zu Passivität und Lähmung. Die Wahrnehmung verzerrt sich und die Schmerzempfindung wird grundlegend verändert. Traumatisierte fügen sich Selbstverletzungen zu, um sich selbst wahrnehmen und unkontrollierbare Gefühle regulieren zu können.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Das normale Stressbewältigungssystem ist bei traumatisierten Menschen, besonders bei Kindern und Jugendlichen, grundlegend verändert. Sie schwanken zwischen Übererregung und Erstarrung, zwischen Gedächtnisverlust und Flashbacks, zwischen überwältigenden Gefühlen und absoluter Schmerz- und Gefühllosigkeit, zwischen gereizter Impulsivität und totaler Blockade hin und her. Sie können das Trauma nicht durch reale Handlungen bewältigen, sondern nur durch Veränderung ihres Empfindens und ihres Bewusstseins, was zu schweren psychischen Störungen führt.

4.3 Traumatisierungen durch sexuellen Missbrauch

Sexueller Missbrauch in der Kindheit hat besonders gravierende Auswirkungen, weil das Fürsorge- und Schutzbedürfnis des Kindes missachtet und deshalb die kindliche Persönlichkeit grundlegend geschädigt wird. Kinder, besonders Kleinkinder, brauchen für eine gesunde Entwicklung eine sichere Bindung, die feinfühlig auf die kindlichen Bedürfnisse ausgerichtet ist. Kinder, die nicht geliebt werden, sind potentiell gefährdet. Sie tun alles, um geliebt und beachtet zu werden. Und wenn die Person, deren Liebe und Zuwendung sie brauchen und zu der sie bei Bedrohung und Verletzung flüchten müssten, selbst zur Bedrohung wird, wird die Situation hoffnungslos. Ausgeliefertsein und völliges Fehlen von Unterstützung führen zu einer unerträglichen inneren Erregung, die kaum zu bewältigen ist (vgl. Psychodynamik).

Es werden jedoch nicht alle Kinder in gleicher Weise traumatisiert. Es gibt Kinder, die eine Verletzung relativ gut verarbeiten, wenn sie emotional stabil sind und eine gute Beziehung zu mindestens einer Bezugsperson haben, der sie vertrauen können. Je jünger ein Kind ist, je länger der Missbrauch dauert, je gewaltsamer und umfangreicher die sexuellen Praktiken sind und je mehr das Kind vernachlässigt oder misshandelt worden ist, um so größer und gravierender sind die psychischen Auswirkungen der sexuellen Gewalt.

4.4 Verarbeitung traumatischer Erfahrungen

Kinder und Jugendliche, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, neigen dazu, in bedrohlichen, unberechenbaren Situationen das Schreckliche und Überwältigende des Traumas wieder zu reinszenieren. Sie zeigen Reaktionsmuster, wie z.B. Kampf, Flucht oder Erstarrung, die durch bestimmte Wahrnehmungen ausgelöst (getriggert) werden. Neurophysiologen sprechen von „Bahnungen“ im Gehirn (Hüther, 2003), auf denen in immer gleicher Weise Erlebens- und Verhaltensmuster ablaufen. Traumatisierten Kindern und Jugendlichen fehlt der langsame Weg des Lernens und des Veränderns aufgrund von gemachten Erfahrungen.

Erst wenn Kinder und Jugendliche eine auf Vertrauen und Stabilität begründete  Beziehung zu Erwachsenen aufbauen, kann ein Veränderungsprozess beginnen. Das gelingt z.B. indem die Spielfähigkeit des Kindes entwickelt und ausgebaut wird. In spielerischen Handlungen können die traumatisierenden Szenen dargestellt und ohne negative Folgen immer wieder verändert und bearbeitet werden. Es können die schrecklichsten Geschichten fantasiert werden, ohne dass es zu einer Fortsetzung der Traumatisierung kommt. Erst allmählich, in immer wiederkehrenden Variationen verlieren die Themen ihren Bedrohungscharakter, und es können sich neue Bewältigungsmöglichkeiten entwickeln.

4.5 Bedeutung zuverlässiger Bezugspersonen

Die Verarbeitung von traumatischer Erlebnissen ist nur möglich über neue, stabile und korrigierende Beziehungserfahrungen zu einer Person, die vom Kind als zuverlässig und vertrauensvoll angesehen wird.

Traumatisierte Kinder haben bei Missbrauch durch ein Elternteil ihre Eltern als überwältigend erlebt und haben diese bedrohlichen Beziehungserfahrungen verinnerlicht. Sie können die traumatischen Erfahrungen nur verarbeiten, wenn sie sich nicht mehr bedroht fühlen, wenn man ihre Erfahrungen ernst nimmt und wenn man sie vor weiteren Schädigungen schützt. Sie können dann neue Beziehungserfahrungen im Umgang mit unterstützenden Erwachsenen machen. Psychotherapeutische oder sozialpädagogische Hilfe muss daher von dem Konzept einer zuverlässigen Bezugsperson ausgehen, die dem Kind Sicherheit und Schutz gibt.

5 Dissoziation

Bei der Dissoziation handelt es sich um Störung des Bewusstseins, die durch überwältigende Gefühle infolge von Traumatisierungen (besonders nach schwerem Kindesmissbrauch und Inzest) entstanden sind. Es sind unbewusste Abwehrvorgänge, die der rationalen Steuerung nicht zugänglich sind und eine längerfristige psychotherapeutische Behandlung benötigen. Sie haben die Funktion, die traumatisierte Person vor unerträglichen Gefühlen und Erinnerungen an die traumtisierenden Erlebnisse zu schützen, und zwar durch Vergessen (dissoziative Amnesie), durch Veränderung der Selbstwahrnehmung und des Selbsterlebens (Depersonalisation) oder durch Veränderung des Identitätsgefühls (multiple Persönlichkeit).

  • Dissoziative Amnesie (Gedächtnisverlust): Sie besteht aus einer plötzlich einsetzenden Unfähigkeit, sich an wichtige persönliche Daten zu erinnern. Der Gedächtnisverlust betrifft alle Ereignisse innerhalb eines begrenzten Zeitraumes nach einer traumatischen Erfahrung. Dieses Phänomen kann erklären, warum sexuell missbrauchte Kinder sich häufig nicht an die traumatisierenden Ereignisse erinnern können.
  • Depersonalisation: Sie ist gekennzeichnet durch eine Veränderung des Selbsterlebens und der Selbstwahrnehmung. Die Betroffenen verlieren das Gefühl für sich selbst und es fällt ihnen schwer, Phantasie und Realität zu unterscheiden. Das eigene Selbst und die äußere Realität werden verändert wahrgenommen: "Ihre Glieder scheinen sich auszudehnen oder zu schrumpfen, oder ihre Stimmen klingen fremd in ihren Ohren. Sie haben das Gefühl, sich außerhalb ihres Körpers zu befinden und sich selbst wie aus der Entfernung zu betrachten....Oder sie bewegen sich wie im Traum, weil die Welt ihnen unwirklich geworden ist". (Davison,G.C., Neale,J.M., 2002, S.211).
  • Identitätsstörung: Die Identität, d.h. das Bewusstsein eine einzigartige, unverwechselbare und stimmige Persönlichkeit zu sein, ist bei dieser Persönlichkeitsstörung nicht vorhanden. Stattdessen bestimmen zwei oder mehrere getrennte, unterschiedliche Persönlichkeiten (Identitäten) das Verhalten und Erleben des Betroffenen. Man kann die Identitätsstörung als einen ungeeigneten Versuch ansehen, dem Trauma durch Flucht in unterschiedliche Persönlichkeiten zu entkommen.

6 Langwierige Schädigungsfolgen durch Armut, soziale Exklusion und Existenzängste

In der praktischen Arbeit mit sexuell misshandelten Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird immer deutlicher, dass sexueller Missbrauch nicht isoliert von den jeweiligen gesellschaftlichen Bedingungen betrachtet werden kann. Vor dem Hintergrund einer sich dramatisch ausbreiteten Armut(sgefährdung) oder zumindest einer spürbaren Verschärfung existentieller Bedingungen, beginnen sich auch im Bereich der Bewältigung sexuellen Missbrauchs bestimmte Veränderungen abzuzeichnen.

Diese beziehen sich vor allem auf das Ausmaß an Ressourcen, das Familien zur Verfügung steht, um ein Kind durch die Krise der Aufdeckung zu begleiten und den Hilfeprozess zu managen. Familien, die vom Verlust ihrer materiellen Grundlagen und dadurch von sozialer Exklusion bedroht sind, verfügen häufig nicht mehr über die Ressourcen, die notwendig sind, um Hilfe in kontinuierlicher Form in Anspruch zu nehmen. Die Kinder sind in ihrem Bewältigungsprozess blockiert, weil auf mehreren Problemebenen gleichzeitig ihr Einsatz gefordert wird. In einer solchen Konstellation besteht ein erhebliches Risiko, dass die Betroffenheit von sexualisierter Gewalt in der Wahrnehmung der Familie marginalisiert wird. Verleugnung und Bagatellisierung erscheinen in einem solchen Szenario der multiplen Überforderungen als einziger Ausweg. Ein Effekt, der damit recht deutlich assoziierbar scheint, ist die auffällige Zunahme psychiatrisch relevanter Störungsbilder innerhalb der Klientel von Opferhilfeeinrichtungen.

Insgesamt stellen sich diese Störungen als Zusammenbruch individueller und familiärer Bewältigungsressourcen dar. Armut, soziale Exklusion und Existenzängste scheinen demnach den Boden für langwierige Schädigungsfolgen traumatischer Erlebnisse zu bereiten. Sowohl Prävention als auch Intervention können daher ihre Wirksamkeit nur dann entfalten, wenn Kinder und ihre Familien auf ein ausreichendes Maß an sozialer Sicherung zurückgreifen können. Ansonsten sind diese Kinder sowohl im Hinblick auf Gefährdungen als auch im Bezug auf die Folgen sexueller Gewalterlebnisse extrem vulnerabel.

7 Literatur

Bowlby, J.: Bindung. München 1984.

Brisch, K. H., Hellbrügge,T. (Hrsg): Bindung und Trauma. Risiko- und Schutzfaktoren für die Entwicklung von Kindern. Stuttgart 2003.

Davison, G. C., Neale, J. M., Klinische Psychologie. Weinheim 2002.

Dornes, M.: Die emotionale Welt des Kindes. Frankfurt 2000.

Eckhardt-Henn, A., Hoffmann, S. O., Dissoziative Störungen. In: Egle, U. T., Hoffmann, S. O., Joraschky, P., (Hrsg.) Sexueller Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung. Stuttgart 2000.

Egle, U. T., Hoffmann, S. O., Joraschky, P. (Hrsg.): Sexueller Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung: Erkennen und Therapie psychischer und psychosomatischer Folgen früher Traumatisierungen. Stuttgart 2000.

Herman, J.: Narben der Gewalt. Traumatische Erfahrungen verstehen und Überwinden. Paderborn 2003.

Hüther, G.: Die Auswirkungen traumatischer Erfahrungen im Kindesalter auf die Hirnentwicklung. In: Brisch, K.H., Hellbrügge, T. (Hrsg.): Bindung und Trauma. Stuttgart 2003.

Mosser, P.: Wege aus dem Dunkelfeld. Aufdeckung und Hilfesuche bei sexuellem Missbrauch an Jungen. Wiesbaden 2009.

Mosser, P. (2011). Sexualisierte Gewalt und Armut. Forum Gemeindepsychologie, 16 (1). Online verfügbar.

Steele, B.F.: Psychodynamische und biologische Aspekte der Kindesmisshandlung. In: Helfer, M.E., Kempe, R.S., Krugman, R.D. (Hrsg): Das misshandelte Kind. Frankfurt 2003.

Streeck-Fischer, A.: Gezeichnet fürs Leben. Auswirkungen von Misshandlungund Missbrauch in der Entwicklung. In: Gebauer, K., Hüther, G. (Hrsg): Kinder brauchen Wurzeln. Düsseldorf 2001.

Autoren

  • Dr. Ludger Kotthoff

    Dr. Ludger Kotthoff ist Akademischer Oberrat am Fachbereich Psychologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und langjähriges Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Projekts Kinderschutzportal.

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  • Dr. Peter Mosser

    Dr. Peter Mosser ist Psychologe bei der Münchner Kontakt-, Informations- und Beratungsstelle "kibs" für männliche Opfer sexueller Gewalt.

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Buchtipp

Kavemann, Barbara et al. (2016): Erinnern, Schweigen und Sprechen nach sexueller Gewalt in der Kindheit. Ergebnisse einer Interviewstudie mit Frauen und Männern, die als Kind sexuelle Gewalt erlebt haben. Springer Verlag.