Strategien von Täterinnen und Tätern

Täter und Täterinnen planen und bereiten die Ausübung sexualisierter Gewalt zielgerichtet vor. Die Tat beginnt nicht erst im Vollzug der Gewaltausübung sondern schon frühzeitig „im Kopf“. Täter und Täterinnen „finden“ ihre Opfer!

Sie besitzen eine Wahrnehmungsfähigkeit für emotional bedürftige und vernachlässigte, für wehrlose und isolierte, für unglückliche und verletzliche, für unwissende und gehorsame Kinder. Bedürftigkeit und Mangel der Kinder werden ausgenutzt und vom Täter oft „positiv“ als gute Tat schöngefärbt.

Zu den Schritten der Annäherung an das Opfer gehören zuerst die Desensibilisierung der kindlichen Gefühle. Die eigene Gefühlswelt des Kindes wird zugunsten des Täterwillens so „umfunktioniert“, dass das Kind der sexualisierten Zumutung des Täters zustimmt („Du findest das doch auch schön.“ „Du hast es doch auch gewollt.“ „Es hat Dir doch auch Spaß gemacht“). Durch diese emotionale Einbindung in die sexuelle Gewalthandlung verliert das Kind die Unterscheidungsfähigkeit zwischen Wahrheit und Lüge, was der Täter dann in späteren Prozessen zu seinen Gunsten ausnutzen kann.

Ebenso löst die Schuldübertragung auf das Opfer – besonders durch Täterinnen und Täter aus dem vertrauten sozialen Nahbereich – starke Schuldgefühle beim Kind aus. Fühlt sich das Opfer mitschuldig, wird es gegen den Täter nicht aussagen und schweigen. Dieses von Deegener beschriebene „Verantwortungs-Abwehr-System“ lässt die Täterinnen und Täter schuldunfähig und uneinsichtig bleiben. Sie manipulieren auch die Sprache der Kinder, um ihre Taten zu tarnen.

Vor allem sexuell Unwissende machen es Täterinnen und Tätern leicht, als Spiel getarnte sexualisierte Handlungen für „normal“ zu erklären, sexuelle Aufklärung durch Handlungen an den Sexualorganen zu demonstrieren und dem Kind „spielerische“ Begriffe für die sexualisierte Tat in den Mund zu legen.

Aufklärung tut Not! Es gehört zum gesellschaftlichen Auftrag, über die Schulen und Elternhäuser Sexualaufklärung ernst zu nehmen und auch Prävention, wie für den schulischen Sexualkundeunterricht vorgeschrieben, intensiv zu betreiben.

Denn: Aufgeklärte Kinder sind geschütztere Kinder!

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