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Mädchen als Opfer - Konsequenzen für die Praxis
In Anbetracht der Kenntnis, dass angepasste und unterwürfige Kinder eher durch sexuelle Gewalt gefährdet sind und Mädchen häufiger durch ihre Sozialisation eine defensive Persönlichkeitsstruktur entwickeln, muss es in der Praxis darum gehen, gegen diesen "Kurs" der Mädchensozialisation zu steuern.
Für die Präventionsarbeit mit Mädchen ist es unabdingbar, dass die Fachkräfte Kenntnisse über geschlechtsdifferente Verhaltensweisen und Bewältigungsstrategien haben. Zu einer sensiblen Wahrnehmungsfähigkeit des Fachpersonals gehört auch die Beschäftigung mit den eigenen Geschlechtsrollenbildern.
Mädchen benötigen in ihrem Entwicklungsprozess Hilfe, um sich jenseits der Geschlechterklischees entfalten zu können. Sie müssen in ihrem Selbstgefühl und Selbstbewusstsein besonders bestärkt werden, wobei die Arbeit am eigenen Körperbild besonders dringend erscheint.
In einem geschlechtssensiblen pädagogischen Rahmen sollten Mädchen die Möglichkeit haben, sich mit Rollenmustern der Geschlechter auseinander zu setzen, dem eigenen Wert und eigenen Vorstellungen vom Ich nachzuspüren und sie auszuprobieren.
Die häufig internalisierenden Verarbeitungsformen von Mädchen werden von Fachkräften leicht übersehen bzw. erst in einem späten Stadium erkannt, weil sie nicht sozial auffällig sind. Allerdings nehmen derzeit externalisierende Formen der Verarbeitung von sexueller Gewalt bei Mädchen zu. Mädchen brauchen Hilfestellungen, um negative Erfahrungen konstruktiv zu verarbeiten und nicht gegen sich selbst gerichtet auszuleben.
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