Seiteninhalt
Die betroffenen Kinder
Der sexuelle Missbrauch betrifft grundsätzlich Mädchen und Jungen aller Altersgruppen (vom Säuglingsalter bis ins frühe Erwachsenenalter) und aller sozialer Schichten, jeglicher kultureller sowie nationaler Herkunft sowie behinderte und nicht behinderte Kinder und Jugendliche.
Die Persönlichkeitsstruktur eines gefährdeten Kindes ist nicht eindeutig festgelegt, jedoch scheinen isolierte, extrem angepasste und unterwürfige Kinder aus strengen autoritären Familien eher gefährdet zu sein, Opfer sexueller Gewalt zu werden (Enders 1995, S.28; vgl. auch Enders 2001).
Jungen sind im Verhältnis zu Mädchen jedoch weniger betroffen. Derzeit geht man davon aus, dass es sich bei den Kindern mit sexueller Gewalterfahrung zu ca. 70% -80% um Mädchen und zu ca. 20%-30% um Jungen handelt. Forschungsergebnisse belegen, dass die am häufigsten betroffene Altersgruppe die Kinder im Alter zwischen 7-13 Jahren sind.
Die Missbrauchsfälle von sehr jungen Kindern bzw. Säuglingen sind in vielen Studien unterrepräsentiert, da diese Fälle nur dann aufgedeckt werden, wenn Erwachsene Anzeige erstatten. Kinder in diesem Alter kennen noch keine Worte und Begriffe für das, was ihnen widerfahren ist und können aufgrund des fehlenden Sprachvermögens nicht selbst zu Wort kommen (Bange/Enders 1995, S.74f.).
Es wird jedoch deutlich, dass der Großteil betroffener Kinder unter 12 Jahre alt ist. Nach Bange/Enders (1995, S.74f.) stellen die 0 bis 5-jährigen die zweitgrößte gefährdete Gruppe dar: Bei über 20% der Kinder hat die sexuelle Gewalt bereits vor dem 5. Lebensjahr begonnen.
Demnach sind Kinder im Grundschulalter besonders gefährdet, Opfer sexueller Gewalt zu werden, und nicht, wie häufig angenommen, Kinder die sich in der Pubertät befinden. Menschen in sozialen Berufen, insbesondere Erzieherinnen und Erzieher sowie Lehrerinnen und Lehrer müssen ihrem präventivem Handlungsauftrag, das Kindeswohl zu schützen, deshalb besonders nachkommen.
Druckansicht »