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Wege aus Schuld und Scham
Welche Überlebensstrategien haben rettenden und bewahrenden Charakter? Welche Wege führen aus den Erniedrigungen und Demütigungen, die Inzestopfer erleben und erleiden mussten?
Überlebende einer sexualisierten Gewalterfahrung suchen nach Erlösung aus dem Selbsthass und nach Befreiung aus der Selbstbestrafung, um die schmerzhaften Erfahrungen in ein neues Selbst zu integrieren. Ein entscheidender Schritt wird das Zulassen von Wut und Hass, von Vernichtungsphantasien gegen den Vater-Täter sein. Da Opfer ihre Väter oft auch lieben, lassen sie diese Gefühle nicht oder nur unter Schwierigkeiten zu, was zu Einschätzunge, selbst an den Übergriffen schuld zu sein, und zu Autoaggessionen als Selbstbestrafungen führt. Die Zusage der Schuldübertragung: "Der Täter ist allein verantwortlich und deshalb schuldig", kann befreiende Wirkung haben, bedarf aber der therapeutischen Unterstützung, um selbstheilende Kräfte freisetzen zu können.
Auch das verletzte Schamgefühl des Kindes bedarf der Heilung. Ein wichtiger Schritt kann „die Rückkehr in den eigenen Körper“ sein, die Aufhebung von Dissoziationen mit therapeutischer Unterstützung. Diese Selbstbehauptungen im Vollzug der sexuellen Gewalt sind immer wieder aufzudecken. Was einmal Bewahrung leistete und schützte, kann im späteren Alter zur „Falle“ werden, wenn die Rückkehr in die Normalität sexuellen Erlebens ansteht. Die Wiedergewinnung der Akzeptanz eigener Wertigkeit kann ein weiterer Schritt sein auf dem Weg aus Demütigung und Erniedrigung hinaus in ein neues Selbstwertgefühl.
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