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Kurzer historischer Abriss
Die Auseinandersetzung mit Inzest in unserer westlichen Gesellschaft hat eine recht kurze Geschichte. Ca. 25 Jahre ist es erst her, dass das Thema ‚Sexuelle Gewalt gegen Kinder in der Familie’ zuerst in der Literatur aufgegriffen wurde (vgl. psychologie heute, 1984, S. 50-51). In Autobiografien oder in als Roman deklarierten Büchern wagten es Überlebende, ihre Leidensgeschichten öffentlich zu beschreiben.
Inzest verlor durch den Mut von Opfern, die von ihren Erfahrungen berichteten, die patriarchale Bewertung als Kavaliersdelikt, wurde dann auch Thema wissenschaftlicher Diskurse und Veröffentlichungen und damit weiterer gesellschaftlicher Tabuisierung entzogen. Erst in den 90er Jahren setzte dann eine sehr intensive öffentliche Diskussion ein, die bald zur Gegenreaktion mit dem Vorwurf eines "Missbrauchs mit dem Missbrauch" führte.
Doch die kritische Auseinandersetzung mit dem Problem des Inzests geht weiter, auch wenn es immer wieder Versuche gibt, durch Diffamierungen die Diskussion zu beenden. Solche Versuche misslingen aber, denn es gibt zu viele Initiativen, Institutionen, universitäre Einrichtungen, sogar die Polizei, Bundes- und Landesministerien, die sich des Themas angenommen haben und die Öffentlichkeit auch über das Internet informieren. Sicher lässt sich mancher Pressebericht als „Medienrummel“ einordnen, doch wird dadurch das gesellschaftliche Problem Inzest keineswegs relativiert.
Inzwischen ist die Literatur zum Thema Inzest kaum noch zu überblicken und eine Sichtung notwendig.
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