Resilienz
Definition
Was ist Resilienz?
Ein Artikel von Dr. Monika Friedrich.
Der Begriff Resilienz leitet sich vom englischen „resilience“ her und bedeutet Spannkraft, Widerstandsfähigkeit und Elastizität (z.B. von Werkstoffen).
In den Humanwissenschaften gewinnt der Begriff Resilienz eine übertragene Bedeutung, die zusammenfassend wie folgt beschrieben werden kann:
Resilienz ist die psychische Widerstandsfähigkeit (besonders von Kindern) gegen-über biologischen, psychologischen und psychosozialen Entwicklungsrisiken, an denen viele andere Kinder Schaden nehmen. Das Phänomen der Resilienz bezieht sich auf die Abwehr von fehl angepassten Reaktionen angesichts belastender Lebensumstände (vgl. u.a. Wustmann 2004 und Zander 2008). Vulnerabilität (Verletzlichkeit) ist der Gegenbegriff. Er verweist auf die Möglichkeit, dass ein Kind unter dem Einfluss von Risikobelastungen verschiedene Formen von Erlebens- und Verhaltensstörungen entwickelt.
Resilienz bezieht sich also auf psychische Gesundheit trotz erhöhter Entwicklungsrisiken, d.h. auch auf Bewältigungskompetenz.
In der Literatur werden drei unterschiedliche Erscheinungsformen von Resilienz genannt:
• Eine positive Entwicklung eines Kindes trotz andauerndem, hohem Risikostatus, z.B. bei Aufwachsen in chronischer Armut und niedrigem ökonomischen Status;
• eine beständige Bewältigungskompetenz unter akuten Stressbedingungen, z.B. infolge elterlicher Trennung oder Scheidung, und
• eine positive bzw. schnelle Erholung von traumatischen Erlebnissen, wie z.B. Tod eines Elternteils, Erleben von Naturkatastrophen und Kriegserfahrungen (nach Wustmann 2004 und Zander 2008).
In der Diskussion dieser Erscheinungsformen von Resilienz wird vom Erhalt der kindlichen „’Funktionsfähigkeit’ unter erschwerten Lebensbedingungen“ gesprochen, oder von der „Wiederherstellung dieser Funktionsfähigkeit nach traumatischen Erlebnissen“ (Zander 2008, S. 19).
