6-10
Regelmäßiger Termin
Heterogene Lerngruppe

"Mein Körper ist mein Freund"

Ein präventives Theaterstück des Theater EUKITEA gGmbH zum Thema Grenzverletzungen im Alltag von Kindern in Kooperation mit dem Stadtjugendamt München.

Leitung Stephan Eckl
Schauspiel Lydia Nassall/Sarah Hieber/Sandra Pagany/Raffaella Tempesta;Michael Gleich/Giorgio Buraggi/Olaf Dröge
Musik/Schauspiel Fred Brunner (Dipl. Soz.-Päd.) / Christian Rodenberg
Regie Claudio Raimondo
Zielgruppe Kinder von 6-10 Jahren
Gruppe/ Klassengröße Bis max. 120 Zuschauer
Altersgruppe Ab 6 bis 10 Jahren
Ort Bundesweit
Schulform Grund-, Förder- und Inklusionsschulen
Jahrgang 1.-4. Klasse

Zeitrahmen Durchführungsphase

Klassenaufführung des Theaterstücks "Mein Körper ist mein Freund": 55 Min.

Zeitrahmen Auswertungsphase

Mind. eine Stunde pro Klasse mit intensiver sozialpädagogischer Begleitung

Finanzierung

Nach Rückfrage

Übergeordnetes Ziel

Ein Stück, das Kindern Mut macht, "Nein" zu sagen und in bedrängenden Lebenssituationen die Unterstützung Erwachsener zu holen

Teilziele

Das Theaterstück will:

  • Kindern ein positives Körpergefühl vermitteln
  • Kindern Möglichkeiten aufzeigen, wie sie sich wehren können und
  • "Nein" sagen können, wenn Erwachsene ihnen gegenüber übergriffig sind Kinder dazu befähigen,
  • schlechte Geheimnisse von guten Geheimnissen zu unterscheiden
  • Kindern Mut machen, Freundschaften zu leben und sich in ihrem Körper wohl zu fühlen
  • Kindern Möglichkeiten zeigen, wie sie sich bei Erwachsenen Gehör verschaffen können
  • Kindern vermitteln, dass sie ein Recht auf körperliche, sexuelle, emotionale und psychische Unversehrtheit haben
  • Kinder sensibilisieren, grenzverletzendes Verhalten wahrzunehmen, zu erkennen und einzuordnen, und sich einer Vertrauensperson mitzuteilen

Inhalt / Präventionsschwerpunkte

Zwei Kinder – die beiden Freunde Sven und Lea – treffen sich. Sie erzählen, spielen und tanzen Geschichten. Gehörtes, Erlebtes, Geträumtes wird lebendig. Sie spielen Geschichten über die Freude, neugierig zu sein und die Welt mit allen Sinnen zu erfahren. Aber auch über Ängste und bedrängende Erfahrungen von Grenzüberschreitungen durch Erwachsene, die die Unantastbarkeit und die Würde von Kindern missachten. Lea und Sven zeigen, dass es immer richtig ist, auf sein Gefühl zu hören: "Wenn es weh tut im Bauch, dann darf man es auch rauslassen." Egal, ob es um das "Geheimnis mit dem Onkel" geht, oder ob die knutschende Tante lästig ist – die Kinder haben das Recht, darüber zu sprechen. Vorausgesetzt, jemand hört ihnen zu. Und auch hier haben Lea und Sven einige Tipps für die kleinen Zuschauer parat.

Ablauf des Projektes

Die erste Entscheidung ist die Zustimmung zum Projekt seitens der Schule und des Elternbeirates. Die Durchführung des Theaterprojekts "Mein Körper ist mein Freund" für Kinder im Grundschulalter ist nur als Gesamtkonzept möglich. Es besteht eine Vereinbarung, dass das Projekt in fachlicher Begleitung von mindestens einer pädagogischer Fachkraft vor Ort geführt wird. Das Projekt setzt sich aus vier verschiedenen Bausteinen zusammen, die aufeinander aufbauen und gleichzeitig miteinander verbunden sind:

1. Fortbildung/ Qualifizierung der Lehrkräfte zum Thema "Sexuelle Gewalt gegen Kinder"

  • Begriffserklärung und Definition Zahlen und Fakten: wo, wann, wie?
  • Wer sind die Opfer, wer sind die Täter?
  • Formen von sexuellen Übergriffen auf Kinder Verdachtsmomente und Vorgehen bei Verdacht auf sexuelle Gewalt gegen Kinder

2. Fortbildung/ Qualifizierung der pädagogischen Fachkräfte für das Nachgespräch mit den Kindern

  • Information zu Präventionsmöglichkeiten im Schulalltag
  • Kurze Darstellung des Theaterstücks
  • Formulierung der Themen für die Nachbereitung in einer altersgemäßen Sprache
  • Vorbereitung auf mögliche auftretende Situationen Einstieg ins Gespräch Übungen mit den Kindern während des Nachgesprächs
  • Organisation Austausch, Rückfragen

3. Planung und Durchführung des Elternabends

  • Kurze Einführung für die Eltern über die Thematik "sexuelle Kindesmisshandlung"
  • Die Schauspieler stellen sich den Eltern vor
  • Aufführung des Theaterstücks
  • Anschließend an die Aufführung: Eltern können Fragen an die Schauspieler richten, jedoch nur zum Stück selbst; Eltern können Fragen an die pädagogischen Fachkräfte stellen: Diskussion, Austausch

4. Präventive Arbeit mit den Kindern

  • Vorbereitung der Theateraufführung mit den Kindern, Erklärung, worum es in dem Theaterstück geht. Der Begriff "sexueller Missbrauch" oder "sexuelle Übergriffe" sollte bei der kurzen Einführung auch schon erwähnt werden mit dem Hinweis, dass die Kinder im anschließenden Gespräch alles fragen können, was sie wissen wollen.
  • Die Aufführung des Theaterstücks "Mein Körper ist mein Freund"
  • Das anschließende Nachgespräch mit den Kindern über ihre Erfahrungswissen, Gefühle, Eindrücke, Sorgen und Freuden in einem geschützten Raum
  • Fortführung und Verankerung der Präventionsarbeit im Erziehungsalltag
  • Eine Auswertungskonferenz ca. 3-6 Monate nach den Theateraufführungen mit allen Beteiligten: Schulleitung, Lehrkräften, pädagogischen Fachkräfte der Nachbereitung, Vertretung des Elternbeirates etc.

Methoden / didaktische Schwerpunkte

Spielwerk hat für das Theaterstück "Mein Körper ist mein Freund" einen speziellen Stil entwickelt:

  • Die Schauspieler stellen sich vor und erklären, dass sie in die Rollen von Kindern schlüpfen.
  • Die Aufführung wird von ansprechender Live-Musik begleitet, mit Liedern zum Mitsingen.
  • Die Verbindung von Schauspiel und Musik lässt bei den Zuschauern Seelenbilder entstehen.
  • Die Erlebnisse der Spieler werden durch beispielhafte Traumsequenzen verstärkt.
  • Erwachsene Personen mit problematischem Anteil werden mit Masken gespielt.
  • Bei Übergriffen / Grenzsituationen wird die Szene "eingefroren" – die Schauspieler holen Rat und sagen "Nein"
  • Die Freude am körperlichen Erleben wird aktiv dargestellt

Reflexion

Grundsätze präventiver Arbeit mit Kindern:

  • Dein Körper gehört Dir
  • Vertraue Deinem Gefühl
  • Es gibt verschiedene Berührungen
  • Du hast das Recht, Nein zu sagen
  • Unterscheidung von guten und schlechten Geheimnissen
  • Du kannst nichts dafür
  • Hol Dir Hilfe und sprich darüber – auch wenn es dir ausdrücklich verboten wurde! – Du bist nicht allein
  • Kein Mensch – ob Kind oder Erwachsener, hat das Recht, dir Angst zu machen
  • Mädchen können stark sein, Jungen dürfen schwach sein

Sonstiges

www.spielwerk.com

Das Buch zum Stück: "Mach doch (kein)Theater" Präventionstheater gegen sexuelle Gewalt - Handreichung für die Praxis von Christine Klein - Aktion Jugendschutz Landesarbeitsstelle Bayern e.V.

Theater EUKITEA gGmbH

Theater EUKITEA ist ein freies, professionelles Theater mit Sitz und Theaterhaus in Diedorf bei Augsburg sowie einem Projektbüro in Berlin.

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