Klees, Esther: Geschwisterinzest im Kindes- und Jugendalter

Rezension von Prof. Dr. Herbert Ulonska

Esther Klees: Geschwisterinzest im Kindes- und Jugendalter. Eine empirische Täterstudie im Kontext internationaler Forschungsergebnisse. Lengerich: Paps Science Publishers,  2008 (ISBN 978-3-89967-448-4)

„Das vorliegende Buch zielt darauf ab, die in Deutschland höchsttabuisierte und unerforschte Thematik des sexuellen Missbrauchs an Geschwistern näher zu beleuchten und ins Zentrum einer (fach-) öffentlichen Auseinandersetzung zu rücken“ (S. 14). Die Verfasserin beobachtet zutreffend, wie gerade der Geschwisterinzest in der Öffentlichkeit entweder bagatellisiert bzw. verharmlost wird, z.B. als Doktorspiele, oder auch dramatisiert, weil Erwachsene ihre eigene Sexualität in die Kinder projizieren. Die Verfasserin war schon vor Beginn ihres Studiums in einem studienvorbereitenden Jahrespraktikum auf das Problem des Geschwisterinzests aufmerksam geworden. Sie führt aus: „Letztendlich waren es die ausführlichen Gespräche mit Herrn Meyer-Deters, dem Leiter der Abteilung ´Ambulante Rückfallvorbeugung für minderjährige Missbraucher` der ärztlichen und psychosozialen Beratungsstelle ´Neue Wege` in Bochum, die mich zu diesem Forschungsprojekt veranlassten“ (S. 15). So entstand ein Dissertationsvorhaben, das von Prof. Dr. Wilfried Ferchhoff, Bielefeld, betreut und 2008 mit der Promotion abgeschlossen wurde.

Die Arbeit ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil führt in das Problemfeld Geschwisterinzest ein und diskutiert ausführlich die vergleichsweise wenigen vorhandenen und überwiegend aus dem angelsächsischen Raum stammenden Veröffentlichungen dazu. Bei den Themenfeldern „Sexueller Missbrauch“, „Inzest“ wie auch „Geschwisterinzest“ ist es sinnvoll, mit der Definition der Autorin zu beginnen, da es wegen unterschiedlicher analytischer und empirischer Ansätze bisher keine allgemein konsensfähige Definition gibt.
Auch wenn die Verfasserin ihre Definition erst am Anfang des zweiten Teils Ihrer Arbeit vorstellt, möchte ich sie hier zum besseren Verständnis dieser Rezension gleich zu Anfang zitieren:

„Der Begriff Geschwisterinzest bezeichnet sexuelle Kontakte sowohl hands-on als auch hands-off Kontakte zwischen biologischen, Adoptiv-, Halb, Stief- oder Pfegegeschwistern, die sich aufgrund der Motivation und/oder der Ausdrucksweise der sexuellen Handlungen vom entwicklungstypischen Sexualverhalten abgrenzen. Die sexuellen Kontakte können in homosexuellen wie auch heterosexuellen Geschwisterkonstellationen Ausdruck finden. Sie können sowohl beidseitig erwünscht und demzufolge fürsorglich ausgerichtet sein als auch einseitig initiiert und folglich machtorientiert von einem Täter/einer Täterin durchgesetzt werden.
Beim fürsorglichen Geschwisterinzest erfahren die Geschwister durch die Erotisierung der Beziehung emotionale Nähe. Die ihnen aufgrund einer emotional defizitären Umwelt versagt bleibt. Die machtorientierte Form des Geschwisterinzests entspricht sexuellen Übergriffen unter Geschwistern. Der Täter/die Täterin kann Drohungen, Zwang oder Gewalt ausüben, muss dies aber nicht zwingend, da auch andere Aspekte wie beispielsweise die
Geschlechtszugehörigkeit, die Körpergröße, der Entwicklungsstand oder ein
Altersunterschied ein Machtgefälle zwischen Täter und Opfer bedingen.“ (S.99f.)

Wie ihre Definition zeigt, differenziert die Autorin zwischen einem fürsorglichen und einem machtorientierten Geschwisterinzest. In Ihren Interviews und Analysen befasst sie sich besonders mit letzterem.

Bei der Behandlung des Themas sind Abgrenzungskriterien sehr wichtig. Die Zielgruppe ihrer Untersuchung sind jugendliche Täter, die ihre Geschwister sexuell missbraucht haben oder noch missbrauchen. Den Geschwisterinzest versteht sie als Untergruppe des sexuellen Missbrauchs, wobei sie den Terminus „Sexueller Missbrauch“ beibehält, der auch für noch nicht strafmündige Täter/Täterinnen als legitim angesehen wird. Die Bezeichnungen Täter/Opfer behält sie ebenfalls bei, da die schädigenden Handlungen denen durch Erwachsene vergleichbar sind.
Auch die notwendige Frage nach dem „entwicklungstypischen Sexualverhalten“ wird gestellt, um festzulegen, wann sexuelle Übergriffe beginnen und es sich nicht mehr um Doktorspiele handelt. Ohne eine fachgerechte Bewertung der entwicklungsbedingten „natürlichen“ kindlichen Sexualität bis zum Eintritt in die Pubertät kann abweichendes Sexualverhalten, orientiert an der Erwachsenensexualität, bis hin zu Anzeichen eines sexuellen Übergriffs nicht bewertet werden, vor allem wenn Nötigungen oder Gewaltanwendung eingesetzt werden. Die Verfasserin beobachtet, dass auch jugendliche Täter von vergleichbaren Handlungsmotiven wie Erwachsene gesteuert werden.

Im 3. Kapitel ihrer Arbeit begründet sie, warum sie sich dem Thema Geschwisterinzest stellt, obwohl ja Ergebnisse aus internationalen Forschungsprojekten vorliegen, die sie ja auch intensiv ausgewertet hat. Sie konnte folgende Forschungsdefizite aufzeigen. So ist wenig bekannt

  1. über lebenslange Geschwisterbindungen bei einer Überbetonung der Eltern-Kind-Bindung. Trotz vieler Patchwork-Familien, in denen neue „Geschwister“ hinzukommen, bleiben diese Beziehungen wegen der starken Prägung durch die Primärfamilie bestehen
  2. über die Gründe des geringen öffentlichen Interesse am Geschwisterinzest.Erst die Wahrnehmung, dass die Täter immer jünger werden, relativierte die recht einseitige Fixierung auf den erwachsenen Täter.

Die von der Autorin zutreffend benannten „Ursachen des Forschungsdefizits“ (S.39ff.) gleichen denen des sexuellen Missbrauchs durch Erwachsene. Hinzu kommt aber vor allem die Verharmlosung der Taten Strafunmündiger, die leichtfertig abgetan werden. „Ein juristischer Rahmen wäre auch für Geschwisterinzest-Täter erforderlich, um den kriminellen Charakter der sexuellen Missbrauchshandlungen hervorzuheben und dem Täter in einem verpflichtenden Rahmen adäquate Hilfe zukommen zu lassen.“ (S.42) Solche Verharmlosungen und die Geschlossenheit der Familien lassen das Ausmaß des Geschwisterinzests kaum verlässlich feststellen. Die Dunkelziffer wird als sehr hoch eingeschätzt und lässt vermuten, dass der Geschwisterinzest verbreiteter sein könnte als der Vater-Tochter/Sohn-Inzest. (S.45)

In ihrem 5. Kapitel diskutiert Esther Klees ausführlich die vielfältigen Risikofaktoren, die zum Geschwisterinzest führen können. Sehr verdienstvoll und forschungs- relevant werden die drei elementaren Dimensionen der Risikofaktoren dargestellt, die individuelle, familiäre und soziale Dimension.
Zur Interpretation der primären Sozialisation wählt sie den systemtheoretischen Ansatz, weil er ermöglicht, die vielfältigen Subsysteme innerhalb der Familie zu beleuchten. Bei allen Erklärungsversuchen stellt die Autorin eindeutig heraus, dass die alleinige Verantwortung für den Geschwisterinzest beim Täter liegt, wie jung er auch sein mag. Diese Eindeutigkeit ist nur zu begrüßen!
Wie beim erwachsenen Täter zeigt sich ein wichtiger Risikofaktor in einer patriarchalen Familienstruktur, wenn z.B. autoritäres Verhalten des Vaters vom Sohn im Umgang mit seinen Schwestern imitiert wird. Diese Parentifizierung von älteren Geschwistern tritt in solchen Familien dann auf, wenn die Eltern häufig abwesend sind oder keine Kontrolle über das Verhalten ihrer Kinder ausüben.
Als weitere Belastungsfaktoren nennt die Verfasserin dysfunktionale Grenzen des Familiensystems (S. 53f.); elterliche Bevorzugung eines Kindes (S. 54); hohe Geschwisterzahl (S. 55); sexuell stimulierendes und/oder puritanisches Familienmilieu (S.55f.).
Ausführlich werden „Opfererfahrungen der Geschwister“ (S. 56-59) referiert, da sich immer wieder Reinszenierungen beim Geschwisterinzest finden lassen. „Ein erheblicher Anteil der Mädchen entwickelt infolge von Misshandlungserfahrungen internalisierte Verhaltens- auffälligkeiten wie beispielsweise selbst-verletzendes Verhalten…Mädchen, die sexuell missbrauchen, scheinen ihre Missbrauchserfahrungen ebenso wie Jungen zu reinszenieren. Fälle des Schwester-Schwester-Inzests zeigen, dass der Großteil der Täterinnen zuvor selbst von ihren Brüdern oder Vätern sexuell missbraucht wurde…“ (S. 57). Auch Eltern und Großeltern von Geschwisterinzestopfern haben überdurchschnittlich oft Opfererfahrungen gemacht, wie die Autorin über die Sekundärliteratur nachweisen kann. So folgert sie: „Die angeführten Ergebnisse stützen die These, dass sich die Missbrauchs- und Misshandlungsdynamik von einer Generation auf die nächste Generation überträgt. Die Geschwisterinzest-Täter setzen den bestehenden Misshandlungs- und/oder Missbrauchszyklus durch ihre eigene Täterschaft fort…“ (S. 60).

Auch wenn minderjährige Sexualdelinquenten keine homogene Gruppe darstellen, lassen sich doch beim Täter „Dispositionen“ als individuelle Risikofaktoren erkennen. Esther Klees verweist auf folgende Auffälligkeiten, die sie dann kurz erläutert:

  • „Störung der Impulskontrolle“
  • „Nicht-Vorhandensein einer symbolischen ´Als Ob Ebene`“
  • „Ausgeprägte Beziehungsstörungen“
  • „Archaische Ängste“
  • „Altersunangemessene labile Realitätskontrolle“
  • „Identitätsdiffusion“ und
  • „Spaltung als vorherrschender Abwehrmechanismus“ (S. 61f.)

Ebenso lassen sich Risikofaktoren für potenzielle Opfer eines Geschwisterinzests in der Literatur finden, die die Verfasserin ebenfalls auflistet:

  • „Große entwicklungsgemäße, physische oder intellektuelle Unterschiede zwischen den Geschwistern“
  •  „Abhängigkeit des Opfers von einem älteren, mächtigeren Geschwister“
  • „Mangel an unterstützenden Beziehungen“
  • „Vorausgegangene Opfererfahrungen“ und
  • „Mangelhafte Sexualerziehung“ (S. 63)

Bei der Darstellung der gesellschaftlichen Faktoren greift die Autorin zwei Faktoren heraus, das patriarchale Rollenverständnis und die Einflüsse der sexuellen Liberalisierung. „Durch die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit entstehen im Laufe der Identitätsentwicklung innere Konflikte, die Jungen in der Regel mittels einer Überbetonung ihrer Geschlechtlichkeit bewältigen. Die Sexualisierung von Aggressionen ist eine Konfliktlösungsstrategie, die ihnen das gesellschaftlich verankerte patriarchalische Rollenbild anbietet“ (S. 64). Trotz feministischer Rollenkritik scheinen patriarchale Strukturen nur schwer zu revidieren zu sein, sodass die Autorin zutreffend zitiert: „Sexuelle Gewalt ist im Wesentlichen durch eine patriarchale Kultur bedingt und trägt gleichzeitig dazu bei, diese aufrecht zu erhalten“ (S. 64). So kommt sie zu folgendem Ergebnis:
„Geschwisterinzestfamilien charakterisieren sich oftmals durch ein gesellschaftlich verankertes traditionelles patriarchalisches Rollenverständnis. Die Söhne erlernen in diesen Familien am Vorbild männlicher Bezugspersonen geschlechtsspezifische aggressive Verhaltensmuster“ (S. 65).
In einem Zwischenkapitel referiert Esther Klees „Erklärungsmodelle für sexuellen Missbrauch“ (S. 68-76), um herauszufinden, inwieweit diese sich auf den Geschwisterinzest übertragen lassen. Sowohl das Modell von Finkelhor als auch das von Wolf haben Erklärungspotential und lassen sich übertragen. In dem zyklischen Modell von Wolf erkennt die Autorin das geeignetere Modell für die Erklärung von Geschwisterinzest, denn: „Das Modell hebt die Bedeutung defizitärer Bewältigungs-mechanismen hervor, die in der sozialwissenschaftlichen Literatur als zentrales Merkmal von Sexualtätern verstanden werden…Menschen, die sich durch ein negatives Selbstbild charakterisieren, über defizitäre soziale Kompetenzen verfügen, sich aus dem sozialen Leben zurückziehen, unter diversen Ängsten leiden, u.a. der Angst vor interpersonalen Beziehungen, verfügen nicht über die ausreichenden sozialen Fähigkeiten, Beziehungen zu anderen, als überlegen empfundenen, Menschen aufzubauen und eine erfüllte Sexualität zu leben. Schwächere, unterlegene Sexualpartner scheinen weniger angstbesetzt zu sein“ (S. 76).

Verdienstvoll und notwendig wird „Das traumatische Empfinden des Geschwisterinzests“ (S.77-93) bearbeitet, weil viel zu oft und auch zu leichtfertig die Folgen wegen des Alters von Tätern und Opfern bagatellisiert werden. Die Autorin bildet zwei Schwerpunkte, zuerst werden die primären und sekundären Traumatisierungsfaktoren dargestellt, dann die traumatischen Langzeitfolgen.
Zu den primären Faktoren gehört die große Vertrautheit in der familiären Täter-Opfer- Beziehung. Besonders wenn das Vertrauen ausgenutzt und zerstört wird, führt der Geschwisterinzest zu bleibenden Schäden. Das oft erkennbare intensive Bruder-Schwester- Verhältnis begünstigt den Missbrauch und führt zugleich zu heftigen Traumatisierungen. Leider gibt es keine Untersuchungen zum Schwester-Schwester-Inzest, um Vergleiche anstellen zu können.
Die Altersbestimmungen von Opfern und Tätern mit Blick auf die Traumatisierungs- gefahr differieren. „Die Frage, ob das Alter des missbrauchten Kindes ein Faktor ist, der das Ausmaß der Traumatisierungen mitbestimmt, wird kontrovers diskutiert.“ (S.78). Zum einen werden jugendliche Opfer als gefährdet angesehen, weil sie sich mit ihrer eigenen Sexualität schon auseinandersetzen und auch Widerstand leisten können. Wird dieser durch Gewalt gebrochen, kann es zu traumatischen Verletzungen kommen. Zum anderen wird vermutet, dass jüngere Opfer wegen noch kaum vorhandener Fähigkeit bei der Verarbeitung sexueller Erlebnisse gefährdeter sind. Hier ist weitere Forschung erforderlich.
Anders verhält es sich beim Alter des Täters. Je älter der Täter ist, umso wahrscheinlicher scheint die Wirkung des Missbrauchs zu Traumatisierungen beim Opfer zu führen. Auch der Altersunterschied zwischen Opfer und Täter ist zu bedenken. So wird vermutet, dass ein geringer Altersunterschied die Traumatisierungsgefahr vermindert, nicht aber aufhebt.
Darum ist es wenig sinnvoll, einen Altersunterschied von mindestens fünf Jahren festzusetzen, wie er bei vielen Definitionen des sexuellen Missbrauchs zu finden ist. Dadurch würde ein erheblicher Anteil der Geschwisterinzestfälle als Traumatisierungsfaktor nicht berücksichtigt.
Auch Häufigkeit und Dauer des Inzests werden als mögliche Faktoren betrachtet. Wie beim Vater-Kind-Inzest, der im Schutz der Familie oft über Jahre stattfindet, zeigt sich auch beim Geschwisterinzest eine Wiederholungstendenz, die jahrelang dauern kann. „Die Täter missbrauchen ihre Opfer oftmals bis diese eine deutliche Gegenwehr zeigen, die Handlungen aufgedeckt werden oder einer der Beteiligten die elterliche Wohnung langfristig verlässt“ (S. 82).
Die Intensität der sexuellen Handlungen zeigt ebenso Parallelen zum Erwachsenen-inzest. Die Übergriffe reichen von Berührungen bis zur Penetration. Je älter die Opfer werden, umso mehr setzen die Brüder als Täter Gewaltmittel ein. Haben Inzestopfer eine Chance gehört zu werden? Wenn keine Bezugspersonen vorhanden sind, denen sich das Opfer offenbaren kann, besteht die Gefahr verstärkter Traumatisierung. Da Eltern oft die typischen Abwehrreaktionen zeigen, sind sie keine Hilfe für die Opfer.
Alle genannten Faktoren führen zu traumatischen Langzeitfolgen, sowohl bei den weiblichen als auch bei den männlichen Opfern, auch wenn letztere noch zu wenig Beachtung in der Forschung erfahren. Die Autorin listet 10 Langzeitfolgen auf, die sicher auch für den Inzest allgemein gelten (S. 88-93).

Eine „gestörte Beziehungsfähigkeit“ wird besonders bei den weiblichen Opfern im späteren Umgang mit Männern bis hin zu den eigenen Söhnen beobachtet. Auch die Belastungen durch ein „negatives Selbstkonzept“ sind bei Geschwisterinzest deutlich erkennbar, besonders durch Schuldgefühle, sich nicht genug gewehrt zu haben und deshalb für die Taten mit verantwortlich zu sein. Die „Auffälligkeiten im Sexualverhalten“ zeigen sich entweder in promiskuitivem Verhalten oder im Gegenteil, in Aversionen gegenüber sexuellen Aktivitäten. Als weitere Folgen beschreibt die Verfasserin: Reviktimisierungen, Flashbacks, Essstörungen, Drogen- und Alkoholprobleme, Depressionen und Suizidgedanken.

Nach dieser umfangreichen Aufarbeitung des Problemfeldes Geschwisterinzest wird im 2. Teil der Dissertation ab dem 8. Kapitel das eigene Forschungsprojekt dargestellt.

Im Zentrum des Forschungsinteresses der Autorin steht ein besseres Verständnis der Motive männlicher Jugendlicher, die einen machtorientierten Geschwisterinzest begehen. Mit Hilfe des „verstehenden Interpretierens“ (S. 97) sollen vor allem individuelle und familiäre Faktoren gewonnen werden, die Täter gegenüber ihren Geschwistern übergriffig werden lassen. „Zusammenfassend zielt diese Studie darauf ab, Erkenntnisse zum machtorientierten Geschwisterinzest aus der Perspektive der Täter, die ihre Geschwister sexuell missbraucht haben im Hinblick auf:

  • charakteristische Aspekte der von ihnen begangenen Taten;
  • individuelle, familiäre und gesellschaftliche Ursachen für das missbräuchlicheSexualverhalten sowie
  • ihre subjektive Bewertung der therapeutischen Hilfsmaßnahmen zu gewinnen“ (S.98).

Die untersuchungsleitenden Fragestellungen nehmen die exemplarischen Elemente der zuvor erarbeiteten Problemfelder zum Geschwisterinzest auf:

  • Biografische und sozialrelevante Fragestellungen;
  • Fragestellungen zum sexuellen Missbrauch und
  • Fragestellungen zur therapeutischen Intervention.

Es ist sehr zu begrüßen, dass die Autorin zu Beginn ihren „persönlichen Bezug und ihre Haltung zum Forschungsgegenstand“ (S.100f.) bei einem so emotional besetzten Thema einbringt. Dazu gehört besonders ihr reicher Erfahrungshintergrund als Sozialpädagogin im Umgang mit „schwieriger Klientel“ (S. 100), der sie vor Projektionen, Blockaden und vorschnellen Bewertungen bewahren konnte. Ihre Erfahrungen ex eventu haben sie gelehrt, dass nicht ihr Geschlecht bei den Interviews mit Jungen als Täter zum Problem wurde, sondern vielmehr ein misslungener Aufbau einer vertrauensvollen Atmosphäre, die durch eine bewusst gewählte „distanzierte, professionelle Haltung“ (S.102) bestimmt war. „Der Versuch, eine private Beziehung zu schaffen, wäre nicht nur unehrlich, sondern auch kontraproduktiv, da zu viel Nähe zwischen den Gesprächspartnern die Gespräche über besonders sensible und persönliche Themen erschwert“ (S.102). Diese Haltung unterstützt eine klare Grenzsetzung.

Die Auswahl der Interviewpartner entsprach üblichen Standards und ist angemessen dargestellt. Die 13 jugendlichen Täter zwischen 14 und 19 Jahren sollten mindestens einen Bruder oder eine Schwester missbraucht haben. Das Interview-Design ist einsichtig beschrieben und gut nachvollziehbar. Alle Täter sind oder waren in Therapie. Die ausführliche und gründliche Diskussion des Einsatzes „problemzentrierter Interviews“ (S.107) zeigt deutlich, wie geeignet dieses methodische Vorgehen beim Problemfeld Geschwisterinzest ist und dass es zu wertvollen neuen Erkenntnissen und verwertbaren Ergebnissen führt (Vgl. Abschnitt 8.7, S. 105-112).

In den folgenden Kapiteln werden wichtige Aspekte, die im Theorieteil erarbeitet wurden, neu bewertet. Klees fragt zuerst nach den Opferzahlen unter Berücksichtigung des Geschlechts und des Verwandtschafts- /Beziehungs-verhältnisses (S. 113-116). „Unter Berücksichtigung aller Opfer missbrauchten die 13 Untersuchungsteilnehmer mindestens 36 Opfer. Lediglich 4 der 13 Täter missbrauchten ausschließlich ein einzelnes Opfer. 7 der 13 Täter missbrauchten mindestens 3 Opfer“ (S. 114).
Die Verfasserin stellt folgende Auffälligkeiten heraus, die sie dann mit anderen Untersuchungsergebnissen vergleicht:

  • innerfamiliäre Opfer sind für den Täter leichter zugänglich und kontrollierbar;
  • ein erster erfolgreicher Versuch des Missbrauchs ermutigt den Täter zu Wiederholungstaten;
  • bei der Abwehr eines Opfers wird ein anderes schwächeres gesucht;
  • bei Aufdeckungsgefahr werden außerfamiliäre Opfer gesucht.

Gleich zu Beginn des Auswertungsteils ist positiv anzumerken, dass die ausgewählten Ausschnitte aus den Interviews ein ausgezeichnetes Illustrations-material und ein großer Gewinn für das Verständnis der Täter sind. Sie liefern darüber hinaus eine Fülle an Material für weiterführende Fragen zum Thema. Für diese ausführliche Dokumentation auch in den weiteren Kapiteln ist der Autorin ausdrücklich zu danken.

In ihrem 10. Kapitel fragt sie nach „Allgemeine(n) Aspekte(n)“ (S.117-130) und berücksichtigt Alter und Altersunterschied von Tätern und Opfern, die Intensität des Geschwisterinzests und die Täterstrategien. Aus ihren sehr überzeugenden und weiterführenden Ergebnissen möchte ich folgende besonders hervorheben:

  • Es sind noch Kinder, die nur eine eingeschränkte Einsicht in ihr missbrauchendes Handeln haben;
  • „Das junge Alter der Täter begründet zum Teil die defizitäre Erforschung des Geschwisterinzests. Sexuelle Übergriffe durch Kinder wirken vordergründig harmloser als sexuelle Übergriffe durch erwachsene Täter und werden folglich sowohl von Eltern als auch von professionellen Helfern bagatellisiert“ (S.119).
  • „Eine fehlende sexualpädagogische Begleitung erhöht das Risiko, zum Opfer des Geschwisterinzests zu werden…Sowohl Eltern als auch pädagogische Fachkräfte sind oftmals gehemmt, Kinder in dieser frühen Entwicklungsphase über Sexualität und sexuellen Missbrauch aufzuklären“ (S. 119).
  • Als sexueller Missbrauch werden erst dann sexuelle Handlungen definiert, wenn der Altersunterschied zwischen Täter und Opfer fünf Jahre beträgt. Da der Altersunterschied bei Kindern und besonders bei Geschwistern oft geringer als 5 Jahre ist, werden bei solch arbiträrer Festsetzung des Altersunterschieds zwischen Täter und Opfer Missbrauchhandlungen unter Kindern nicht berücksichtigt, weil fälschlicherweise von sog. Doktorspielen ausgegangen wird.

Auch bei der Intensität des sexuellen Missbrauchs weist die Verfasserin auf wichtige Beobachtungen für die Bewertung des Missbrauchs hin:

  • die praktizierten sexuellen Handlungen gleichen denen der Erwachsenen, sind also keine harmlosen Doktorspiele;
  • die meisten Täter steigern die Intensität der sexuellen Handlungen. Die leichte Verfügbarkeit der Opfer im familiären Bereich ermöglichen den Tätern solche Intensivierungen;
  • auch bei der Häufigkeit und Dauer begünstigt der familiäre Schutzraum den oft jahrelangen Missbrauch, sodass Esther Klees von einem Suchtcharakter bei den Tätern spricht.

Jugendliche Täter praktizieren vergleichbare Strategien im Umgang mit ihren Opfern wie erwachsene Inzesttäter: Belohnungen, Ausnutzen emotionaler Defizite, als Einstiegsritual Kinderspiele wie Vater-Mutter-Kind, die es dem Opfer erschweren, die sexuelle Absichten sofort zu durchschauen und alle Formen der Gewalt.

Mit dem 11. Kapitel nimmt die Autorin eine zentrale Frage für das Verständnis des Geschwisterinzests auf; denn ohne Klärung der „familiären Hintergründe“ (S. 131-152) lassen sich die Tätermotivationen kaum klären und verstehen. Schon der Umfang dieses Kapitels verweist auf die Bedeutung, die die Autorin diesem Problemfeld beimisst. Bei der Analyse der Kinderzahl fällt auf, dass die Täter mehrheitlich (10 von 13) in Familien mit drei und mehr Geschwistern leben. „In den 13 Ursprungsfamilien lebten insgesamt 51 Geschwister.“ (S. 132). „Auffallend ist der hohe Anteil an zusammengesetzten Familienkonstellationen (n=10), der charakteristisch für kinderreiche Familien zu sein scheint…Es ist anzunehmen, dass ein Teil dieser kinderreichen Familien die Kinderzahl nicht bewusst geplant hat…und die Eltern mit der Bedürfnisbefriedigung der Kinder überfordert sind“ (S.132). Wichtig erscheint auch die Beobachtung, dass durch Täter, die mit mehr Schwestern als Brüdern zusammenleben, die Mädchen in der Familie mehr gefährdet sind zu Opfern zu werden und umgekehrt, wo der Anteil der Brüder überwiegt, diese als Opfer ausgewählt werden. Auch der „Stand in der Geschwister-reihenfolge“ (S. 133-135) wird von der Autorin angemessen analysiert. „Die Analyse der Geschwisterreihenfolge zeigte, dass die Täter in 13
der insgesamt 15 Familien (inklusive Pflegefamilien) die ältesten Kinder in der Familie waren. In einer weiteren Familie war der Täter nur unwesentlich jünger als sein älterer Pflegebruder“ (S. 133). So wundert es nicht, dass diese Erstgeborenen in der Familie elterliche Funktionen einnahmen, sodass diese Jungen eine Machtposition gegenüber den Geschwistern erhielten, die sie z.B. in der Rolle eines Babysitters oder einer Aufsichtsperson für den sexuellen Missbrauch ausnutzen konnten. Esther Klees geht auch der Frage nach, ob ältere Geschwister gefährdet sind, bei Ihrer Entthronung durch jüngere einen machtorientierten Geschwister-inzest zu begehen, um eigene Behauptungsansprüche durchzusetzen und zu befriedigen. Hier weiterzufragen, wäre sicher für die Arbeit mit Eltern eine dringende therapeutische Frage.

Die Übertragung von elterlichen Pflichten auf die ältesten Geschwister lässt nach der „Abwesenheit der Eltern“ fragen (S. 136-139). 11 Täter berichten von einem physisch abwesenden Vater (9), von einem physisch abwesenden und emotional distanzierten Vater (1), von einem physisch präsenten aber emotional abwesenden Vater (1); 8 berichten von einer distanzierten Mutter. So erweist sich die Abwesenheit der Eltern als ein hohes Risiko; denn die Geschwister rücken zusammen, unterstützen sich auch emotional und verteilen untereinander Vater-Mutter-Rollen.

Erschreckend viele der Täter haben „traumatische Kindheitserfahrungen“. (S. 139-152). Die Autorin geht diesem für die therapeutische Nacharbeit so wichtigen Problemfeld umfassend und gründlich nach, weil in der Fachliteratur immer wieder vom Zwang zur Wiederholung geschrieben wird.
Sie listet auf und bespricht folgende Erfahrungen körperlicher Kindesmisshandlung:

  • geringgradige körperliche Kindesmisshandlung,
  • mittelgradige körperliche Kindesmisshandlungen,
  • hochgradige körperliche Kindesmisshandlungen,
  • hochgradiger sehr intensiver sexueller Missbrauch.

Vergleichbare Einstufungen gelten auch für emotionale Kindesmisshandlungen. Auch das Mitansehenmüssen von ausgeübter Gewalt in der Familie ist als Kindes- misshandlung einzuschätzen. “Nils musste bis zum Alter von ca. 10 Jahren täglich mit ansehen, wie seine Mutter von seinem Großvater geschlagen wurde. Er selbst wurde ebenfalls von seinem Großvater geschlagen. Ein Lebenspartner der Mutter schlug Nils und seinen Bruder. Christian, Dirk Henning und Kai berichteten, wie ihre Mütter von ihren Vätern und/oder Stiefvätern intensiv geschlagen wurden.“ (S.145) Das Ausmaß an Gewalttätigkeiten, das die Autorin durch Interviews belegt, macht deutlich, welch großen Schaden die Kinder in diesen kinderfeindlichen Familien an Leib und Seele für ihr ganzes Leben genommen haben müssen.

Im 12. Kapitel fragt die Verfasserin nach den „(g)esellschaftlichen Hintergründen“ (S. 153- 158) und stellt zwei risikoreiche Faktoren heraus, die „Sexualaufklärung“ und den „Konsum pornografischer Medien“. Die Analyse der Interviewdaten macht so z.B. deutlich, wie wenig Eltern mit ihren Kindern über ihre sexuelle Entwicklung sprechen und wie defizitär im schulischen Unterricht dieses Thema behandelt wird. So gewinnen viele jugendliche Täter ihre Vor- und Einstellungen zur eigenen Sexualität aus dem Betrachten leicht zugänglicher Pornografie in den öffentlichen Medien, wie dem Internet. „Der Konsum der pornografischen Medien enthemmte die Jugendlichen und diente in einigen Fällen als ´Auslöser` für die Sexualtaten. Darüber hinaus benutzten einige Jugendliche die diskriminierenden und brutalen Darstellungen als ´Gebrauchsanleitung` für ihre Sexualtaten“ (S. 158).

Im 13. Kapitel diskutiert die Autorin die „individuellen Hintergründe“ (S. 159-170). Auch bei den Geschwisterinzesttätern zeigen sich vergleichbare Handlungsformen wie beim Erwachsenen-Kind-Inzest. Die Opfer leben sehr isoliert, oft durch die desolate Familiensituation bedingt. Sind auch die Motive unterschiedlich, so leiden doch diese Kinder unter sozialer Isolation. Die Autorin merkt dazu an: „Die mangelnde Fähigkeit, sichere Bindungen zu Gleichaltrigen aufzubauen, resultiert primär aus den defizitären Bindungserfahrungen mit den Eltern…“ (S. 161). Dadurch können Kinder kaum eine soziale Kompetenz erwerben, die ihr geringes Selbstwertgefühl kompensieren könnte. Der Rückgriff auf die (jüngeren) Geschwister leistet eine solche Kompensation. Die Entwicklung von sozialer Kompetenz und einer angemessenen Empathiefähigkeit sind kaum möglich. So zeigte sich in den Interviews, dass die Täter keine Rücksicht auf die Gefühle ihrer Opfer nahmen, sondern nur ihrer „Fantasie“ (Christian, S. 163) nachgingen. Als weiteren Mangel weist Esther Klees „kognitive Verzerrungen“ auf, weil die Täter Schutzfunktionen für ihre jüngeren Geschwister übernehmen, sie aber gleichzeitig sexuell missbrauchen und ausbeuten. Die eigenen Motive des Täters und die Reaktionen ihrer Opfer können in keinen logischen Zusammenhang gebracht werden. „Hintergründe zur Beendigung“ (S. 171-176) werden im 14. Kapitel beschrieben. In neun Fällen führten Informationen und Signale der betroffenen Opfer an außerfamiliäre Bezugspersonen zur Beendigung des Geschwisterinzests, in zwei Fällen griffen Familienangehörige ein und in zwei Fällen beendeten die Täter selbst den Missbrauch. „Beim Geschwisterinzest vollzieht sich der Missbrauch innerhalb der Familie, und ein Schuldeingeständnis kann massive Konflikte mit den Eltern hervorrufen, da diese zugleich Eltern des Opfers sind. Ein Schuldeingeständnis führt in vielen Fällen zu einer vorübergehenden Fremdunterbringung des Täters. Aus diesem Grund lastet auf den Tätern ein besonders hoher Geheimhaltungsdruck“. (S. 175) „9 der 13 Täter wurden den Strafverfolgungsbehörden gemeldet, davon 4 durch eine Selbstanzeige.“ (S. 176) Viele Täter konnten wegen ihrer Strafunmündigkeit nicht strafrechtlich belangt werden. Die verurteilten Täter erhielten ihre Strafen zur Bewährung, sie mussten sich aber einer Therapie unterziehen.
Ohne diese Auflage wären sie wohl kaum in die Therapie gegangen. Die „subjektive Bewertung der Therapie“ fiel bei allen Beteiligten recht positiv aus (Kap. 15). Dagegen wurden vorausgegangene Therapiemaßnahmen recht kritisch bewertet. Eine auf die Täter zugeschnittene Therapie scheint zu größeren Erfolgen zu führen als eine allgemeine Therapie.
In der abschließenden Zusammenfassung ihrer Ergebnisse (Kp.16) zeigt die Autorin großes didaktisches Geschick. Die vier Seiten eignen sich ausgezeichnet als Memoriervorlage für die Lesenden am Ende der Lektüre.

Das abschließende 17. Kapitel enthält 9 „Pädagogisch-politische Forderungen“ (S.190-192), die ich (ohne die Kommentierungen) hier auflisten möchte, weil ihre Erfüllung notwendig und auch sehr dringlich ist:

  • „Sachliche Diskussion der Geschwisterinzest Problematik in der Öffentlichkeit (Enttabuisierung) und Schärfung des Problembewusstseins
  • Verpflichtende Aufnahme des Themas ´sexueller Missbrauch` in die Lehrpläne aller sozialen, insbesondere pädagogischen Studiengänge und Ausbildungen
  • Verpflichtende Teilnahme von Mitarbeitern sozialer Einrichtungen an Fortbildungsangeboten, die Grundlagenkenntnisse zum sexuellen Missbrauch vermitteln
  • Stärkere Gewichtung der sexualpädagogischen Begleitung von Kindern und Jugendlichen in Kindertagesstätten, Kindergärten sowie Einrichtungen der Kinder und Jugendhilfe, Behindertenhilfe, der freien Jugendarbeit und Schulsozialarbeit
  • Etablierung von niederschwelligen sexualpädagogischen Informations- und Beratungsangeboten für Eltern von Kindergarten- und Schulkindern
  • Umfassender Schutz von Minderjährigen vor sexualisierten und pornografischen Darstellungen
  • Schutz von Kindern und Jugendlichen vor häuslicher Gewalt und Vernachlässigung
  • Ausbau ambulanter und stationärer therapeutischer Angebote für sexuell übergriffige Kinder und Jugendliche
  • Grundsätzliche Etablierung verpflichtender therapeutischer Maßnahmen für strafunmündige Sexualdelinquenten (Zwangskontext).“

Ein umfangreiches Literaturverzeichnis und im Anhang die Anschreiben an die Untersuchungsteilnehmer, die Sorgeberechtigten und die Leiter der ambulanten Beratungsstellen schließt die Arbeit ab.

Es ist das große Verdienst von Esther Klees, dass sie sich dieses in Deutschland weitgehend tabuisierten Themas angenommen hat. Trotz der auch im Rahmen qualitativer Forschung geringen Zahl von 13 Untersuchungsteilnehmern hat sie Ergebnisse erarbeitet, die nicht nur andere Forschungsergebnisse, vor allem aus den USA, bestätigen, sondern viele neue hinzugewonnen und Hinweise für weiterführende Forschung gegeben. Wer zukünftig am Thema Geschwisterinzest arbeitet, wird die Ergebnisse und Erkenntnisse dieser Dissertation grundlegend einbeziehen müssen. Für alle in der täglichen Praxis Arbeitenden bietet sie wegen der übersichtlichen, komprimierten mit vielen Interviewausschnitten ergänzten Darstellung viele nützliche Einsichten und Hilfen im Umgang mit jugendlichen Sexualtätern. Dieser Arbeit aus der Praxis und für die Praxis ist eine breite Leserschaft zu wünschen.

Autor

  • Prof. Dr. Herbert Ulonska

    Prof. Dr. Ulonska ist Initiator und langjähriger Leiter des Projekts Kinderschutzportal.

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